- Archiv 2010
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- Solveig Slettahjell / Anne Sophie Otter / Gretchen Parlato / Vaya von Dios / Sade /...weiterlesen
- KW 04 vom 27.01.2010
- Erice Bibb / Tape Five / Pat Metheny / Robert Gordon / Rosanne Cash / Tettoryvad / Le Peuple de L'Herbe / Club Cookies / John Mayer ... weiterlesen
- Kw 05 vom 03.02.2010
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- KW 06 vom 10.02.2010
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- KW 07 vom 10.02.2010
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- KW 08 vom 17.02.2010
- Sundrup / Cy Coleman: The Best ist yet to come / Physics / Sunday in Bed 3 / Bajka / Cappuccino Grand Café lounge 4 weiterlesen
- KW 09 vom 24.02.2010
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- KW 10 vom 03.03.2010
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- KW 11 vom 17.03.2010
- Gotan Project / Vienna Scientists / [re:jazz] / Zilverzurf / Souljazz Orchestra... weiterlesen
- KW 12 vom 24.03.2010
- Gotan Projekt / Anané / Ana Moura / Carmen Souza / Bomb The Bass... weiterlesen
- KW 13 vom 31.03.2010
- Madonna/ Samy Deluxe/ Afro -Rock/ Nigeria Afrobeat Special 1 & 2... weiterlesen
- KW 14 vom 07.04.2010
- Concha Buika/ Coco Montoya/ Verneri Pohjola/ Kento su Nova / London Fashio District 3... weiterlesen
- KW 15 vom 14.04.2010
- Die Spezialisten/ Mavis presented by/ The Tribe/ Jil is lucky/ Zeebee... weiterlesen
- KW 16 vom 21.04.2010
- Maddy Hay / Gil Scott / Heron / Radiokijada / Gotan Project... weiterlesen
- KW 17 vom 28.04.2010
- Tim Buckley / Placebo / Jim Hall / Joe Pass / Jazz Young Spirit Compilation... weiterlesen
- KW 18 vom 05.05.2010
- Radio Grenzenlos / Brixton Googie / Vanessa da Mata...... weiterlesen
- KW 19 vom 12.05.2010
- Funeral Songs/ Tineke Postma/ Franz von Chossy Trio... weiterlesen
- KW 20 vom 19.05.2010
- Sonia Theodoriou / Mike Patton / Sinne Eeg / Cosmic Groove Orchestra... weiterlesen
- KW 21 vom 26.05.2010
- Nobody Sings Dylan Like Dylan / Love and Money / Laibook 6 & 7... weiterlesen
- KW 22 vom 02.06.2010
- Cafe del Mar 16 / Cantoma / Lounge Around The World... weiterlesen
- KW 23 vom 09.06.2010
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- KW 25 vom 23.06.2010
- Sparrow and the Workshop / The Moons / R&B hipshakers Vol. 1... weiterlesen
- KW 26 vom 30.06.2010
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- KW 27 vom 07.07.2010
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- KW 28 vom 14.07.2010
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- KW 29 vom 21.07.2010
- Rootdown Allstars2 / The Cumbia Beat1 / Muchachito... weiterlesen
- KW 30 vom 28.07.2010
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- KW 34 vom 25.08.2010
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- KW 35 vom 01.09.2010
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Ohrenschmauch
ELLIOTT SHARP/ ELLIOTT SHARP & SCOTT FIELDS/ LOUISE ROGERS/ PAULA MORELENBAUM/ BELLA WAGNER
Der Torero erntet bei Sieg Ruhm und Geld. Der Stier kriegt für den mutigen Einsatz für sein Leben nicht einmal Applaus. Wer sich nicht in seine Rolle fügt, wird geschlachtet.
…oder verkauft wenige oder gar keine Platten. Und muss sie zum größten Teil wohl auch selbst finanzieren. Dazu passt ELLIOTT SHARP’s Soundtrack „Spectropia Suite“. Der Film, wechselnd angesiedelt im möglichen England des Jahres 2099 und New York 1931 nach dem Börsencrash, thematisiert in diesen Zeitreisen die materiellen Verwerfungen, die unsere Konsumkultur mit sich gebracht hat. Entsprechend wird dieser Streifen wohl bestenfalls in Programmkinos zu sehen sein. Die Musik pendelt zwischen futuristischen Klängen mit verfremdeten Gitarren, elektronischen Sounds, die gelegentlich in eine kleine Streicherabteilung eingebettet sind für die Zukunftsvision und beinahe balladesken Jazz - Titeln, die die New York Phasen untermalen. Schräg, teilweise dissonant, beängstigend der Ausblick auf 2099, bei Herrn SHARP aber keineswegs ungewöhnlich, dafür beinahe Bar - jazzig die Vergangenheit, eine Variation des Themas „This Place that Time“ singt gar DEBBIE HARRY. Die Aufnahmen sind bereits seit 2008 fertig, erst jetzt erscheinen sie dank des kleinen Labels NEOS und Vertriebspartner CODAEX als CD in den Läden. Vielleicht. Kein Konsum, sicher Kultur!
Nochmal ELLIOTT SHARP, in diesem Fall zusammen mit SCOTT FIELDS. „Afiadacampos“ ist der Titel dieser CD mit Improvisationen für 2 akustische Gitarren. Auch hier nicht die ideale Begleitung zu Kaffee & Kuchen. 2 experimentale Gitarristen auf dem schmalen Grat zwischen der Erkundung der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten und der Entsprechung der selbstgeschaffenen Klischees. Für die Freunde „Neuer Musik“ und natürlich für Musiker!
Jetzt eine für alle, die immer ein Foto ihrer Stereoanlage bei sich tragen! Diese Gemeinheit nehme ich natürlich sofort zurück, dafür nenne ich das Label: CHESKY. LOUISE ROGERS „Black Coffee“, mit Bass, Drums und Gitarrenbegleitung wird dazu auch noch als SACD-Hybrid, also auf „normalen“ Anlagen abspielbar ausgeliefert. 14 mal das erweiterte „Great American Songbook“, pointiert gesungen, dezent begleitet und superfein Aufgenommen. Den Sex in der Stimme, wie JULIE LONDON, die einen großen Teil dieser Titel vor etwa 50 Jahren sang, hat sie nicht, dafür entschädigt sie mit eher heller Stimme und perfekt ausgewogener Begleitung, die entsprechend Raum bekommt. Da machen sogar überstrapazierte Klassiker, wie „Sentimental Journey“, „Pennies from Heaven“ oder der Titelsong wieder richtig Spaß.
Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der SWR BIG BAND („Bossarenova“, unbedingt hörenswert!) in den vergangenen Jahren traut sich das Label SKIP jetzt, mit etwas Verspätung, das 2 Solo - Album von PAULA MORELENBAUM (2008) zu veröffentlichen. Eine sehr persönliche Auswahl von Songs meist brasilianischer Abstammung in sehr individuellen Arrangements. Natürlich ist ihr Mann JACQUES mit an Bord, JOAO DONATO hilft an den Tasten aus, RYUICHI SAKAMOTO ist nicht neu in ihrem Musikerstab und den Titel „O Samba e o Tango“ mixten gar die BAJOFONDO - Leute: das sind noch nicht einmal alle Ehrengäste! „Echte“ Instrumente, ein wenig elektronische Hilfe, gute Songs und eine hochkompetente Produzentin, PAULA selbst - fast überflüssig zu erwähnen, dass keiner der ausgewählten Titel jünger als 50 Jahre ist. Da kann BEBEL GILBERTO seit ihrem 3. Album eigentlich nur neidvoll herüberschauen.
Heutiges letztes Highlight ist das Nicht - Album von BELLA WAGNER. Das heißt, die enthaltenen Songs wurden nicht eigens für dieses Album eingespielt. Der Titel „Featuring“ klärt schon darüber auf. Im Lauf der letzten Jahre arbeitete sie als gewünschte Gastsängerin nicht nur beim BAHAMA SOUL CLUB (siehe z.B. vergangene Woche) auf beiden Alben, sondern bei diversen Projekten aus der Club - Szene (DADAMNPHREAKNOISEPUNKS, CALLRIDER, NOR ELLE etc.). „Featuring“ ist also weniger ein Album, denn ein Showcase, auf dem sie einen Einblick in die Bandbreite ihrer Möglichkeiten gibt. Vom fast geflüsterten Sprechgesang zur lasziven Gehässigkeit einer GRACE JONES. Vom komplett programmierten Hintergrund über eine beeindruckende Version von „It’s all over now, Baby Blue“ zur „sexy Voice“ über einem swingenden Balkan - Beat. Trotz der unterschiedlichen Quellen gibt es hier statt befürchteter Beliebigkeit maximales Hörvergnügen mit unterschiedlichstem Hintergrund. Intelligent geschraubt, exzellent vorgetragen. Na Dann. Tschüß!
i.m.trend@muenster.de
Cover: Paula Morelenbaum - Modern, nicht modisch
Cover: Louise Rogers - Toll arrangiert, perfekt aufgenommen.
Cover: Bella Wagner - ..da kommt was auf uns zu!


