Page 21 - die neue na dann KW 33
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... etwas ganz Besonderes ... 21
Macht’s gut - ich habe Münster gelebt!
Ich kam aus Bremen – eigentlich nur für‘s Medizinstudium. Münster war als Zwischenstopp gedacht, aber es gefiel mir einfach zu gut hier: Unsere Studenten-WG in Wolbeck war wild und unbeschwert, wir spiel- ten Fußball auf der Wiese vorm Schloss (bis der Hausmeister uns davon- jagte), demonstrierten gegen Atomkraft, Pötteten am Kanal oder ba- deten nackt am KÜ.
Mit meinen beiden Söhnis kam etwas mehr Verantwortung in mein Le- ben – mein Freigeist aber blieb ungebändigt: Ob Clownsauftritte, Feuer- spucken oder Hauptrollen in Theaterstücken – der Kindergarten bot mir viele Bühnen und leuchtende Kinderaugen im Publikum.
Im Winter war ich zum Schlittschuhlaufen
und Eishockeyspielen immer der Erste auf
dem Eis der Rieselfelder und des Aasees – ein-
mal sogar etwas zu früh. Zum Glück war’s an
der Stelle nicht tief, und zumindest mein Hu-
mor blieb trocken. Ich liebte das Radfahren in
Münster – allein oder mit einem Sohn auf
dem Gepäckträger, oder lieber noch auf dem
Lenker. Keine Kurve zu scharf, kein Bordstein
zu hoch!
Als Kinder- und Jugendpsychiater hörte ich
vielen jungen Menschen zu, konnte helfen,
Mut machen - doch nicht immer. Die Arbeit
war oft ernst, aber nie ohne Spaß. Der Umzug
meiner Praxis an den Hafen war ein besonde-
rer Schritt: Damals war er noch mehr verrucht
als hip – aber ich glaubte an das Projekt. Und seht, was aus der Gegend geworden ist.
Dann nahm mein Leben eine plötzliche Wendung: Rollstuhl. Ein schwe- rer Schlag – und trotzdem habe ich mich neu erfunden. Ich blieb neugie- rig, lernte das Malen und Klavierspielen, reiste weiterhin mit meinen treuen Weggefährten, meiner Männergruppe, aß gern bei Feldmann zu Mittag. Und wenn’s um Kaffee ging, durfte ein Stück Kuchen nie fehlen – oder noch besser: Kaffee und Eis zusammen in Form eines „Tartufo se bon“ in meiner Lieblingseisdiele in der Königsstraße. Auch meiner Thea- terleidenschaft blieb ich treu – als Stammgast im Pumpenhaus und bei Charivari. Meine Frau unterstützte mich liebevoll, hielt immer zu mir. Sie hat ein großartiges Helfersystem aufgebaut, wodurch all diese Aktivi- täten möglich waren.
Jammern war noch nie mein Ding – ich habe immer lieber das Gute im Blick behalten. Mein Motto: „Mir geht’s gut!“
Münster hat mich geprägt – und ich habe Münster gelebt - und geliebt!
Tschüss, Thomas
Macht’s gut.
In Erinnerung an den Freigeist und langjährigen Leser
Thomas Merkel
* 02.05.51
† 01.08.25
BÜHNE
16:00 Fliege an der Münsterländischen Frei- lichtbühne gemeinsam mit Peter Pan ins Nim- merland! Ein Familien- musical mit einer Bot- schaft, die alle Generati- onen anspricht: Hab den Mut, an deine Träume zu glauben! Freilichtbühne Greven-Reckenfeld
18:30 Mitentscheiden! Frauen fragen - OB-Kan- didaten antworten. In un- serer Reihe BPW trifft ... laden wir im Vorfeld der Kommunalwahlen 2025 die Oberbürgermeister- kandidaten für Münster von CDU, SPD und Grü- nen ein. Wir freuen uns sehr auf zahlreiches Er- scheinen von Interessier- ten aus der Stadt zu die- ser kostenfreien Veran- staltung! Hotel Kaiserhof, Bahnhofstr. 14, 48143 MS www.bpw-muenster.de/ termine/ Ü
EXTRAS
07:30 Lachen am Mor- gen: mit Lachyoga heiter- beschwingt in den Tag starten. Nach 30 Min. sind gute Laune und fri- sche Energien garantiert! Kosten: 2,- EUR. Einfach vorbeikommen und mit- lachen! Nur noch bis zum 27.08. Wewerka Pavillon am Aasee (Nähe Tormin- brücke /Pardosteg) www.lachtreff-muenster. de Ü

