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ohrenschmauch
na dann... 37/25
    Mel D – SpannenderErstling
  Sara Bax – Poetisches Kleinod
Mit 9 feinen, selbst geschriebenen Songs feiert die junge Schweizerin MEL D ihr Debut auf dem Tonträgermarkt. Mit klarer Stimme oder auch zärtlich flüsternd erzählt sie aus ihrem Leben und dem Verhältnis zur widersprüchli- chen Weltlage. Meist von sparsam ge- zupfter Gitarre und dezent eingesetzter elektronischer Unterstützung begleitet, verbreitet sie mit den Klängen beruhi- gende Stimmungen. „Young Bones“ ist auf jeden Fall ein spannender Erstling.
Dass es auch ganz simpel und gerade heraus geht, belegen B.B.& The BUL- LETS mit ihrem „High Tide“. Klassische 3 Mann Besetzung, g,b,dr, und einer von denen singt. Zusammen spielen sie rockigen Blues. Robustes Handwerk, gute Songauswahl mit ein paar noch nicht überstrapazierten Covers, vorge- tragen im Brustton der Überzeugung. In Neuseeland schon eine große Nummer, jetzt geht’s raus in die Welt.
Um die optimale Gesamtspielzeit einer Vinyl Platte zu füllen, braucht TERESA ROTSCHOPF für ihr „Currents a n d O r d e r s “ n u r 4 Tr a c k s . A u f g e n o m m e n unterirdisch, in einer Tropfsteinhöhle. Mit vielen HelferInnen und Instrumen- ten bewegen sich die entstandenen Klänge langsam im Raum, spielen mit dem natürlichen Hall, weshalb die Kom- positionen eine meditative Wirkung erzielen. Pendelnd zwischen durchkom-
ponierten kurzen Stücken und langen, teils improvisierten Passagen, bewegt sie sich in der Grauzone zwischen Neuer Musik, jazziger Herangehensweise mit minimalem Bezug zu Pop. Vinyl kommt eine Woche später.
Nach diesen Sphärenklängen aus der Unterwelt wird es jetzt poetisch. SARA BAX spielt Klavier und singt in mindestens 4 Sprachen. Auf „She’s a Poem“ wird sie unterstützt von Flü- gelhorn, Cello und Drums. Mit dieser akustischen Combo untermalt sie ihre 10 Gedichte, die jeweils mit einem Vornamen bezeichnet sind. Kleine emotionale Portraits, gewidmet aber doch eher fiktiv. Entsprechend zart fällt die Instrumentierung aus. Zu ihrer klaren, kräftigen Stimme gesellt sich das Flügelhorn, die Rhythmen bleiben ge- mächlich, selbst in den brasilianischen Momenten. Jazz? Eher nicht. Von der Spielweise her ja, während die Kompo- sitionen als melodieverliebte Songs eine breite Mischung Musik verschiedener Kontinente bilden. Einfach schön.
Jazz gibt’s jetzt. Oder auch nicht. „Under the Stars“ klopft an diverse Türen, hinter denen natürlich Jazz, aber auch Klassik und traditionelle Harmo- nien aus der Mongolei warten. Als Duo mit 2 Freunden bringen SHUTEEN ER- DENEBAATAR & NILS KUGELMANN diese Komponenten zusammen. Dazu
auf je einem Titel die Helfer, Jacob Manz mit Alt-Blockflöte und Dalaijar- gal Daansuren auf der mongolischen Pferdekopfgeige. Ungewohnte Klänge, denn auch Nils spielt nur auf 3 Titeln den von ihm gewohnten Kontrabass, auf den anderen 7 bedient er eine Kontra Alt Klarinette. Wahrhaft selten gehörte Klänge, dazu die aus klassischer Ausbil- dung und fortschreitendem Wunsch nach spontaner Ausdrucksweise ge- formten Tonfolgen der Pianistin. Auch dies ist kein freies Abenteuer, sondern das Ergebnis des langen gemeinsamen Musizierens. Kann gut auch die Sek- tion zeitgenössische Kammermusik Musik füllen.
Nach oder vielleicht auch neben der Spider Murphy Band frönt der Ludwig einer anderen Leidenschaft. Mit dem ABI WALLENSTEIN & LUDWIG SEUSS TRIO hat er (mal wieder!) ein neues Werk eingespielt. Live. „Blues Vibes“ verspricht der Titel und ist gut gewählt. Gitarre und Tasten voran, Rhythmusgruppe steht. Den Blues können sie, ob Chicago oder Zydeco, mit korrektem Handwerk präsentieren sie ihre Vorlieben aus dem US Blues Fundus, fügen eigene Schöpfungen dazu und als Bonus noch 2 Stücke aus dem Studio. Passt!
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
  Grenzen überwinden




















































































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