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10 ohrenschmauch
na dann... 38/25
  Harold Zimmer oder John Williams sind Kino Fans mit Sicherheit ein Begriff. ALEXANDRE DESPLAT haben vermutlich nicht so viele auf dem Zettel. Dabei zeichnet er als Kom- ponist der Musik-Tonspuren diverser Filme, auch Blockbuster, verantwort- lich. The Queen,....Benjamin Button, Harry Potter und verschiedene Wes Anderson Filme u.a. hat er klanglich ausgestattet. Jetzt hat er die Gele- genheit ergriffen, seine bevorzugten Kompositionen mit großem Orchester ‚Live‘ einzuspielen. Weich fließende Melodien, hervorragende Solisten und das Orchestre de Paris machen sein „Paris-Hollywood“ (2CD) zu einer extrem unterhaltsamen langen Reise.
Unterhaltsam, spannend und erhellend trifft auf jeden Fall auf das 8. Volume der Reihe „PEACE CHANT-MORE PRIVATE JAZZ FROM GERMANY 1974-86 zu. In der Reihe erstmalig als Doppel LP, trotzdem ‚nur‘ 11 Tracks. Das bedeutet viel Spielfreude und lange instrumental Soli. Von den vertretenen Künstlern ist mir nur 1 Ensemble namentlich bekannt. Da zeigt sich die Spezialität der Label-Macher von Tramp Records. Sie forschen und finden, Untergegan- genes oder nie Veröffentlichtes, um es dem späten Licht zuzuführen. Der
Sound ist trotz vieler in Eigenregie der Künstler aufgenommenen Titel erstaunlich frisch (analog eben..) und die handwerklichen Fähigkeiten der Beteiligten sind mehr als hörenswert. Einmal mehr: Very well done!
Wer bei „Nueva Timba“ als erstes daran denkt, ob die Tanzschuhe geputzt sind, entspannen! Auf dem 2. Blue Note Album von HAROLD LOPEZ-NUSSA klingt es, klar, nach Kuba, aber tanzbar ist es sicher nur fürversierteTänzerInnen.ImStandard Trio mit Gästen an Akkordeon (Vincent Peirani!), Harmonica und Stimme plus einem ‚Beatmaker‘ der dezent das 21. Jahrhundert unterbringt setzt er, wenn m/f so will, eine Familien Tra- dition fort. Onkel und Bruder sind als Musiker und Komponisten beteiligt. Klassiker von More und Lecuona zum Einstieg, erkennbar und doch sehr aktuell ausgespielt, starten diesen Rei- gen. In 12 Titeln geht es durch variable Rhythmen, komplexe Arrangements und harmonische Finessen. Das Piano führt, ist aber nicht nur das Zentrum, die Abteilung Perkussion und natürlich die eingeladenen Solisten würzen den Gesamtklang auf ihre Weise. Kuba- nisch bleibt die Musik unvermeidlich.
Aus diesem p,b,d, Trio war mir bis-
her kein Name bekannt. Die Schweizer Pianistin im GISELA HORAT TRIO hat eine eher seltene Vorstellung von Jazz. N i c h t F i n g e r f e r t i g k e i t o d e r Te m p o s i n d das Ziel, sondern die Stille zwischen den Tönen. Entsprechend reduziert klingend kommt „Live in Leipzig“ daher. Selbst in dynamisch freien Passagen spürt m/f die Reduktion auf das Wesentliche. Treffendes Zitat ausdemWaschzettel:DerGenussaus der Anstrengung des aufmerksamen Hörens. So isses.
Und noch ein Trio. Allerdings wie- der einmal ungewöhnlich besetzt. Das ARIEL BART TRIO musiziert mir Harmonika, Cello und Klavier! Schon nach den ersten Tönen löst sich der Kammermusik Verdacht auf. Die namensgebende Harmonika Virtuosin erschafft mit Arseny Rykow am Klavier und Talia Erdal am Cello einen ganz eigenen Klangkosmos. In 8 nicht besonders langen Titeln zeigt uns dieses Trio eine weitere Seite des Jazz. Emotional, poetisch und voller Ausdruckskraft gelingt ihm eine Welt aus sparsam verwendeten Tönen. Fein verzahntes Zusammenspiel und das sensible gegenseitige Zuhören sind in der Lage Ariels Emotionen auf „After Silence“ hörbar zu machen. Leider nur als CD.
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
  Jazz,Kubanisch
  Peace Chant..... – Gesucht, gefunden!
  Blockbuster in Musik






















































































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