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Ohren schmauch
Frau. Und das ist richtig und gut so. Noch dazu, bei Interesse, das Werk gibt’s ab Ende November auch auf Vinyl. Mit 10 Songs quer durch 70 Jahre amerikanischer Musikge- schichte singt sich MAVIS STAPLES in ihrem 86. Lebensjahr. Mit Hilfe illustrer Kollegen und einem sensi- blen Produzenten haucht sie den ausgewählten Songs die Erfah- rungen ihres Lebens ein. Gefärbt aus Gospel, Blues und Soul, ohne Genre spezifische Klischees, gestaltet sie ihre „Sad and beautiful World“. Mit überwiegend wenig bekannten Titeln aus dem Great American Songbook füllt ERIK LEUTHÄUSER sein „Quality Time in NYC“. Eine Hälfte zum Piano von Alan Broadbent, die andere begleitet vom Quartett, überrascht er mit eher heller Stimme und indi- vidueller Interpretation. Wer in der Lage ist, Songs einen so persönli- chen Stempel aufzudrücken, darf auch einen Billie Holiday Klassiker einsingen. Noch so ein Individualist. JUSSI REIJONEN lässt uns teilhaben an seiner 11 teiligen Meditation auf akustischer (Stahlsaiten) Gitarre. In einem Zug live im Studio aufge- nommen, spielt er das Instrument wechselweise wie Oud, Kora oder Kantele. Ebenfalls in 2 Teile geglie- dert, einmal 4, einmal 7 Einheiten, die nicht einzeln anzuwählen sind. Nur so können seine Improvisa- tionen auf „sayr: salt / thirst“ die gewünschte Wirkung erzielen.
Ausgefeilte Technik und einen eigenen Ton kennzeichnen den „First Flight“ des Alt-Sax Spielers GEORGE KONTOMICHALIS. Mit Johannes Enders am Tenor-Sax auf 4 Titeln und Sängerin Sonya Sytnyk auf einem verstärkt er seine p,b,dr Basis. Sie singt die wundervolle
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Ballade, auf den weiteren 6 Titeln geht die Mannschaft deutlich beherzter zu Werke. Seine Komposi- tionen erinnern mich an 60er Jahre Blue Note, allerdings in sehr zeitge- mäßer Definition. Der Leader kommt natürlich ausführlich zu Wort, gibt jedoch auch den Kollegen reichlich Raum zu glänzen. Minimalistisch wie eh und je gestalten die SAXOPHONES auch das 4. Album. Das Ehepaar Erenkov/Alderdice begnügt sich mit nur 2 Helfern, um ihre leicht dysto- pischen Texte mit sparsamen Sounds zu untermalen. Etwas Gitarre, ein wenig Bass und dann und wann dezente Beats oder Sounds. „No Time for Poetry“.
Mal was ganz Anderes. Was passiert, wenn Surf Gitarren auf Gamelan Instrumente treffen, sich Synthies u.a. dazu gesellen und Harmonien gebastelt werden, die sich auf traditionelle indonesische Melodien und an westlich orien- tierter, heimischer Pop Musik beziehen? Dann ist es NUSANTARA BEAT’s Debut Platte. Alle mit fami- liären Wurzeln dort, in Amsterdam ansässig. 5 Musiker plus Texterin/ Sängerin, einfallsreich, frisch und charming, nicht Englisch gesungen!. Abgesehen von wenigen Passagen mit voller Band klingt „Shiraz“, das neue Album des Oud Virtuosen DHAFER YOUSSEF mehr meditativ. Melodien singend von Klavier oder Trompete unter- malt oder Oud solo. Leicht morgen- ländisch im Gesamtbild, u.a. durch Unterstützung seiner Label Kollegen Daniel Garcia (p) und Nguyen Le (g) immer auf dem Pfad Jazz.
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
 Mavis, Stimme für Generationen
 Bitte kein Tempo!
 Geht nur in Amsterdam?
Zuerst eine Reparatur. Der ‚e‘ an Louis‘ Ende macht aus dem Herrn KNOBIL der letzten Ausgabe eine
























































































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