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Ohren schmauch
na dann... 02/26
Clever komponiert
viele seid ihr – noch?) nach vorn schauen, eventuelle Vorsätze präzi- sieren, auf jeden Fall den Blick in die Zukunft richten, stürze ich mich noch einmal in die jüngere Vergan- genheit und kümmere mich um die ‚Leftovers‘, Titel, die es in 2025 nicht auf diese Seite geschafft haben. Aus Willkür, Platzmangel oder, wie immer, wegen zu viel insgesamt.
Los geht’s mit BO’n’CO, so nennt Saxofonist Cédric Bonet das Quin- tett mit dem er sein „Five“ einspiel- te. Was zunächst ein wenig nach Bruce Hornsby goes Jazz klingt, ent- puppt sich im weiteren Verlauf als clever komponierter moderner Jazz mit viel Raum für solistische Aus- flüge und feine unisono Passagen von Gitarre und Sax. Mit dabei sind des Weiteren Piano, Bass und Drums. Ein Unikat aus akustischer Gitarre, Kontrabass und Perkussion liefern MARKUS CONRAD, CASPAR VAN MEEL (der sich auch in MS her- umtreibt und dessen jazzige Verto- nungen einiger Werker von Erik Satie nicht ungehört bleiben soll- ten) und AFRA MUSSAWISADE. Sie mischen Klänge und Harmonien unterschiedlichster Längen- und Breitengrade zu einem ausgespro- chen harmonischen Gesamtklang. Auf einzelnen Titeln durch Violine komplettiert Klingt „Jaggat“ wie seine Übersetzung (Welt).
Ganz in der traditionellen Musik Kultur bewegt sich das BONIFICIA EMILIANA VENETA QUATTRO, das ohnehin aus 5 Leuten besteht und dazu noch ebenso viele Hilfskräfte für ihr „BEV4“ eingeschleust hat. Gesang, scharf klingende Flöten, Akkordeon, Piano und und.., verorte ich eher im Norden des Südlandes.
Im dritten Anlauf entdeckt Drum- mer CHRISTIAN KRISCHKOWSKI mit seinem Quartett aus Bläser, Piano und Bass die Leichtigkeit des Seins. Fantasiereiche Kompositionen lebt die Combo in ausgewogenem Zusammenspiel und sich daraus entwickelnden freien Passagen. Ist sich nicht zu schade, mal ‚schön und brav‘ zu spielen oder kurz in Oldtime abzudriften. Ja, die „Disco- very of Lightness“. Intensiv und her- ausfordernd wird es mit „Berthold Cvach beyond“, gespielt vom 12köp- figen MAX BRAND ENSEMBLE. Der im Titel genannte komponiert und bedient Keyboards, dazu gesellen sich Stimmen, Flöte, Klarinette, Sax, Streicher, Bass, Drums und der Diri- gent. Zwischen Noise, Kammermu- sik, jazzigen Passagen und Zappa- esken Notenkaskaden wandelt die Musik zwischen gut organisiertem Chaos und kalkulierter Kakophonie. Dazu gelegentlich Operngesang. Liest sich wild, klärt sich beim Hören! Um das zu toppen habe ich jetzt noch eine mit 19 Mitwirken- den plus Dirigentin. Die KLAUS WIENERROITHER - BARBARA BRUCKMÜLLER BIG BAND spielt auf „Trumpet Tales“ Werke von Klaus Wienerroither. Jeder der 10 Titel ist einem ‚legendären‘ Trompeter gewidmet und von ihm inspiriert (Don, Miles, Dizzy, Chet, Kenny..., entsprechend spielt das Instrument die Hauptrolle. Zeitlos moderne, akribisch ausgeführte Arrange- ments von einem Orchester, das sich auch im Hintergrund zu behaupten weiss.
nadann...
Tschüss i.m.trend@muenster.de
Die Welt auf 1 CD?
Für seine Trompeten Helden
Herzlich willkommen im neuen Jahr. Während ich denke, dass die meisten Leserinnen und Leser (wie

