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   Abigail Lapell – Feines Folk Album
Ohren
schmauch
Zunächst einmal Musik von Men- schen, deren Namen durchaus nicht unbekannt sein dürften. Les Claypool (früher mal bei Primus) und Sean Lennon (ja der von) haben sich für ihr „The Great Par- rott-Ox and the Golden Egg of Empathy“ zusammengerauft und firmieren für diese Platte inkl. pas- sendem Comic als THE CLAYPOOL LENNON DELIRIUM. Und, Nomen est Omen, bieten ein Kaleidoskop aus Musik der letzten 60 Jahre. In britischen 60ies (Beates, Kinks) über Prog Einlagen der 70er, Power Pop und knackigen Riffs besingen sie den beiliegenden Comic. Viel Melodie, nicht wenig Rock und schräge Ideen. ➜ Schon den ersten Anlauf (Refract) habe ich nicht wirk- lich verstanden, „Shards“, die 2. Platte von JASON MORAN & BlankFor.ms & MARCUS GILMORE stellt mich vor das gleiche Rätsel. Piano, Drums & Loops, in Echtzeit improvisiert, wobei der Elektroniker das eben gespielte sampelt, zerstü- ckelt und wieder in den laufenden Prozess einspielt. So werden die beiden Musiker mit ihrer jüngsten
Shards – Maximal komplex
Vergangenheit konfrontiert und bewegen sich dabei gleichzeitig in die eigene musikalische Zukunft. Kein Rhythmus, eher legt der Drummer ein Tempo zugrunde, die kräftigen Beats zerfallen nach und nach zu einer Piano-Ballade mit Ecke. Das überfordert meine musi- kalische Grundausbildung (Kanon singen), ist aber extrem spannend. ➜ Zur Entspannung danach gibt’s die neue Platte von ABIGAIL LAPELL. Ihr „Shadow Child“ widmet sich in 9 Tracks jeweils einem Monat einer Schwangerschaft. Akustisch und zurückhaltend instrumentiert kom- men ihre fließenden Melodien opti- mal zur Geltung. Geerdete Inhalte, überzeugend mit klarer Stimme vorgetragen und die Gäste an Zusatz- bzw. Zweitstimmen machen das Ganze rund. ➜ Kleiner Hinweis am Rande: Die neue Platte von ZIGGY MARLEY „Brightside“ kann jetzt auch in Läden/bei Ver- sendern, die nicht am Record Store Day teilnehmen, gekauft wer-
den. ➜ MODERN WOMAN nennt sich die Band um Sängerin Sophie Harris. „Johnnys Dreamworld“ ist ein bemerkenswertes Debut. Art Rock? Eher Post Punk mit Betonung auf Post, denn handwerklich macht die Band einen professionellen Ein- druck, wobei die Sängerin beinahe
Modern Woman – Klasse Debut
alle mir bekannten Register zieht. Sie kennt (und nutzt) Stil und Ton- fall der Vorgängerinnen von u.a. Kate Bush über Patti Smith zu Chrissie Hynde und die Combo schafft ihre kompositorischen Wen- dungen mit Bravour. ➜ Schon häu- figer auf dieser Seite zu Gast war der Bassist NENAD VASILIC. Bevor- zugt solo, auf „Non-Artificial“ jetzt im Quartett. Drums, Piano, Kontra- bass und Piccolo Bass. Interessante Ausstattung, sein grummelnd wohlklingender Tiefbass assistiert vom kleineren Bruder, der eher wie eine tief gestimmte Gitarre den Sound vervollständigt. Ausgepräg- te, individuelle Handarbeit auf durchweg erkennbaren Harmonien, keine endlosen Ausflüge in Finger- fertigkeit. ➜ Im Quartett mit dr,b,git und trp gehen PHILIPP SCHIEPEK & LORENZ WIDAUER für „Bangers & Ballads“ an den Start. Detailliert ausgearbeitete Komposi- tionen, in denen Bass und Drums nicht nur den Hintergrund bilden, dazu die beiden Lead-Instrumente, die in temporeichen Tonfolgen glänzen, und auch balladeske Momente einfühlsam und harmo- nisch in den Fluss einbringen.
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de























































































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