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Soul Musik aus Hamburg
Grace Cummings mit Wucht
Track eine modische Rap Einlage gibt. ➜ Ältere unter uns haben den Megahit ihrer Eltern (Teardrops) sicher noch im Ohr. Jetzt machen sie die mittlerweile erwachsenen Töchter auf den Weg. Die WOMACK SISTERS, 3 an der Zahl, legen ihr Debut vor. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, also findet sich auf dem Album ohne Titel nicht der moderne, hochpolierte R’n’B, der die Charts beherrscht, sondern wirklich Old School Soul. Raffiniert gesetzter Gesang in mehrere Stimmlagen, geschult von Gospel bis Motown mit Texten aus dem realen Leben. Die unterschiedlichen Stimmen finden sich zum jeweili- gen Song passend ausgesucht, wechselnd im Vorder- und Hinter- grund, ob im stehend langsamen Blues Tempo oder offensiveren Beschwerden über den Zustand des (Arbeits-) Lebens. Zusammen mit der aktuellen LP von MICA MILLAR für mich eine der Soul Platten die- ses Jahres. ➜ Der Sängerin BRENN- AN WEDL möchte ich sagen, dass Punk nicht eine laute Gitarre im Vordergrund ist, sondern eine Geis- teshaltung. Zum Glück verzichtet sie in den meisten Songs auf dieses Stilmittel, sondern füllt die 13 Titel ihres Albums ohne Titel mit Klän- gen, die ich eher als von Country
Womack Sisters
beseelt bis Singer/Songwriter im Sinne jüngerer amerikanischer Künstler bezeichnen möchte. Mit kräftiger Stimme führt sie die Musi- ker durch ihre Albträume und Wunsch Vorstellungen. ➜ Ein ganz anderes Kaliber ist GRACE CUM- MINGS. Auf ihrem „Bloodhorse“ rauscht sie durch diverse Stimmun- gen und Zustände. Dazu passend die Musik, hier wird nichts ausge- lassen, Pathos, Drama, Indie-Pop, inklusive Arrangements von fast nicht bis opulent. Ein Dutzend Song Herausforderungen, aufgeführt mit einer Stimme, wie m/f sie sicher nicht alle Tage hört, die mit jedem Durchlauf zugänglicher werden. Ich höre hier ein wenig ‚A Night at the Opera‘, allerdings ohne die Rock Attitüde. ➜ Und die (mindestens eine) Jazz Platte darf auch nicht fehlen. Standard Trio mit Gast Sax auf einem Titel. Pianist SERGIO DI GENNARO versucht die „Blind Spot – still looking“ zu finden. Bleibt dabei sehr harmonisch und finger- fertig, natürlich im Vordergrund und kann sich dabei auf die dezent flexible Rhythmusgruppe absolut verlassen.
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
Ohren
schmauch
Der Zenit ist überschritten, auch wenn noch ein paar heiße Tage fol- gen. Die Sonne geht früher unter und die Zahl der Veröffentlichun- gen steigt, ganz im Gegenteil zu jetzt, wieder in den roten Bereich. Aber ein bisschen spannendes Material lässt sich immer
finden. ➜ Die in Hamburg lebende SARIFE beschwört Erlebtes aus der Vergangenheit auf ihrem „Ghosts from the Past“. In ihren selbst ver- fassten, emotionalen Werken verar- beitet sie zu meist langsamen Rhythmen beziehungstechnische Problemfälle, ohne dabei in Depres- sion zu verfallen. In sparsam instru- mentierten Balladen drückt sie ihre Gefühle nicht nur mit Worten aus, trifft die Töne auch ohne Beglei- tung, versteigt sich jedoch nicht ins ‚Whitney-Style-Knödeln‘; zu mehr Tempo fällt der Ton schon mal kräf- tiger aus. Das ganze Album hält sich wohltuend fern von den übli- chen, vorprogrammierten Beats des aktuellen Neo Soul und R’n’B, son- dern lebt von gebrochenen Rhyth- men und nicht zu gefälligen Har- monien, auch wenn es auf einem

