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Delilah Holiday – Mutiges Debut
Fast zu schön
komponierten Titel. Modern Jazz, Kammermusik Einfluss und ein Schuss später Bop, zwischen Har- monie und Improvisation. ➜ Beina- he ein wenig zu harmonisch, leicht konsumierbar, kommt der 3. Anlauf des Duos SENDECKI & SPIEGEL daher. Ersterer lange Jahre in der NDR Bigband, letzterer Drummer des erfolgreichen Tingvall Trios, erzeugen eine wohlklingende Mix- tur aus eigenem Material und frem- den Vorlagen. Gemächliches Tempo oder rasante Fingerfertigkeit, Inten- sität oder Pause, diese zwei kennen sich offen hörbar sehr lange, wissen intuitiv den anderen zu ergänzen und lassen den Jazz Faktor auf „Simple Game“ nicht zu kurz kommen. ➜ ‚Music for large Ensemble‘ ist als Hinweis auf „People.Places“ von MARTIN IAIES durchaus angebracht. Er spielt Gitarre, dazu 7 Bläser aus beiden Gattungen, b,dr,p und Cello plus extra Gast. Acht, bis auf einen, lan- ge Tracks, damit alle Beteiligten Gelegenheit haben sich zu präsen- tieren. Das führt allerdings nicht zu wilden Improvisationsorgien, son- dern mehr zu gelungenen Bläser- sätzen und harmonischem Mitein- ander, lediglich der Leader und Komponist gibt sich im Vergleich etwas mehr Spielzeit. ➜ Bass, Flöte und Piano, alles sparsamst einge-
Stefon Harris - Hören!
setzt, mehr braucht ESTHER KAISER
nicht um sie durch ihr „Breathing“
zu tragen. Das ganze Album dreht sich um das Thema Atmen. Diese zutiefst menschliche Erfahrung liegt den 11 Songs zugrunde, die sie durch ihren kunstvollen Gesang und passend luftige Begleitung prägt. Dazu gehören auch ein wenig Scat Gesang und Spoken Word Einlagen. Ein lyrisches Abenteuer. ➜ Mein Favorit der Woche: STEFAN HARRIS & BLACK- OUT mit „Legacy Dances“. Im Quin- tett mit vib,sax,p,b,dr und je nach Einsatzgebiet passende Gäste. Furioser Auftakt, in dem die Musi- ker energisch agieren, mit Leader und Vibraphonisten Harris im Vor- dergrund. Danach Reverenz an Lou- is Armstrong mit sehr eigenständi- gem ‚Wonderful World‘ und weiter an große Vorgänger im Jazz. Die Musik schöpft aus diversen Quel- len, von afrikanischen Trommeln bis Hip Hop zu Soul und elektronischen Klangerzeugern. Wie lange die Band an diesem Album gearbeitet hat, lässt sich daraus ersehen, dass der bereits 2024 verstorbene Casey Benjamin auf fast allen Tracks mit einem der vielen von ihm gespiel- ten Instrumente dabei ist. Hören!
nadann... Tschüss i.m.trend@muenster.de
Ohren
schmauch
Nicht unbedingt geschickt, ein Album zu beginnen mit einer hefti- gen Breakbeat Nummer, der dann eher interessant und spannend gestaltete Tracks in weit gemäßig- terem Tempo mit durchaus ernst- haften Botschaften folgen. DELILAH HOLIDAY geht dieses Risiko der Abschreckung auf ihrem „Fat Cat“ Album ein. Inhaltlich geht es paral- lel um Trauer und Kapitalismus Kri- tik, die sie in mal etwas verhusch- ten elektronischen Pop, Trip Hop Beats, für die Liam Howe von den Sneaker Pimps gerade steht und ungeschönte Vokalarbeit über Klangflächen verpackt. Mutiges Debut! ➜ Absolut ‚hand crafted‘ dagegen ist KEVIN BURT’s „This Trip“. Ein Mann, eine Gitarre, kein Strom und gelegentlich Harmonika Unterstützung. Folk Blues und etwas Gospel Einfluss, stimmiger Vortrag zu gekonnter Gitarren Arbeit. ➜ Jazz Thing Next Generati- on Vol. 114 wurde eingespielt von Drummer SIMON KUHN und sei- nem Quartett. Mit Bass, Gitarre und Violine unterscheidet es sich hier vom Üblichen. Entsprechend gestalten sich auch die 8 selbst

