TOMMY CASTRO/ MUFUTI FOUR/ ANDREA SCHROEDER/ WARREN ZEVON/ JOHN COLTRANE/ LET’S BOOGALOO 6

Keine Faxen, hier geht es sofort zur Sache. TOMMY CASTRO lässt es auf „The Devil You know“ ordentlich krachen. Zu dem Zweck hat er seinen Standard Vierer mit einem ganzen Waggon voll illustrer Gäste beladen. MARCIA BALL, JOE BONAMASSA, TAB BENOIT, die HOLMES BROTHERS u.a. tragen ihren Teil bei. Blues basiert, aber mit einer ordentlich Portion Rock und auffälliger Gitarrenarbeit. Für viel Farbe sorgen die zwischendurch eingestreuten Variationen aus etwas New Orleans oder Country. Alles aber mit gutem Druck, 13 Tracks und über 50 Min. lang.

Blues Attacke

Aus ganz anderem Holz ist die neue CD der MUFUTI FOUR geschnitzt. Irgendwo zwischen 60er Jahre Cocktail Sound, Rhythm and Soul und einer Prise Pop legen die vier Herren das Hauptgewicht auf den fetten Groove und den warmen Klang, den sie bevorzugen. Mit Hammond, Rhodes und weiterem analogen Equipment würzen sie ihre sehr gelungenen Eigenkompositionen. Mal erinnern sie in den Arrangements an den frühen ELVIS COSTELLO, mal meint m/f SINATRA auf einem Musette-Hintergrund zu erkennen. Großartig, die würde ich gern hier in einem nicht zu großen Club sehen.

Langsam und tief

Zugegeben, ihr erstes Album ist bisher ungehört an mir vorbeigerauscht. Dafür spreche ich über ANDREA SCHROEDER’s „Where the wild Oceans end“ umso lauter. Gekonnt instrumentiert, nicht überladen arrangiert und mit tief berührender Stimme vorgetragen. Poesie und Melancholie, wie LEONARD COHEN in seinen besten Tagen, mit den passenden Harmonien und Tempi. Reinschauen, anhören! NAKAMICHI SAN spielt sie in der Breiten Gasse (Mo. – Fr. 10-17h) in Hifi und ganzer Länge gern vor, so lange, wie diese na dann… gilt.

Exakt drin, was draufsteht!

Rückspiegel: WARREN ZEVON „Headless in Boston“, Live aus dem Radio 1982. Der Sound ist zwar etwas dünn, aber Band und Frontmann sind gut in Form, in 76 Minuten fast alles, was der Fan von ihm kennt und liebt in schwungvollen Live Versionen. Er kann seine hervorragenden Songs sogar mit einem durchgehenden Rhythmus spielen!

In der immer wieder gern empfohlenen ESSENTIAL JAZZ CLASSICS Reihe bei IN-AKUSTIK gibt es neue Titel. Als Beispiel hier erwähnt, JOHN COLTRANE’s „Ole“ aus 1961. Sein letztes Album für ATLANTIC, seine 2. Zusammenarbeit mit ERIC DOLPHY. Exzellent restauriert, um 4 Titel aus der gleichen Aufnahmesitzung ergänzt und (wie gewohnt!) mit detailliertem Booklet. Die weiteren neuen Titel der Reihe nennt der Fachhändler Eurer Wahl auf Wunsch. Kann m/f auch den Rest des Lebens als gut erhaltene LP suchen, aber was zählt wirklich, der Träger oder die Musik?

Es geht auf Karneval zu (das ist da, wo man lacht, wenn die Lichter in der Eule aufflackern..), und die damit verbundene Beschallung öffentlicher Räume. Der gut sortierte Haushalt und der gewiefte Kneipen DJ beugen vor mit „LET’S BOOGALOO Vol. 6“. 60er Jahre Soul Klassiker intoniert von Latin Bands bzw. -Orchestern. Songs, die schon vom ersten Takt an die Füße wippen lassen und das Herz sagt nach Track 17: „Nochmal!“
na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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