NENEH CHERRY/ UNIVERSAL DAUGHTERS/ NIGHTHAWKS/ RAFAEL CORTÉS/ MARTIN MÜLLER/ NDIDI

Unangepasst

Sie hat sich nie den gängigen Klischees der Pop Musik unterworfen. Wild und frei mit RIP, RIG & PANIC, maximal erfolgreich mit ihrer 1. ‚eigenen‘ Platte, gemischt aus eingängigem Pop mit Breakdance und Rap-Einlagen, als 80er Politur oder Independent Rock angesagt waren oder mit YOUSSOU N’DOUR in „7 Seconds“, dem Welthit in senegalesischer Landessprache. Nach langer Pause geht es jetzt von vorn los. In 2012 mit „Crazy Thing“ und der Noise/Free Jazz Combo THE THING im Hintergrund und jetzt mit den Produzenten FOURTET. NENEH CHERRYs sehr persönliche Texte, ihre unnachahmliche Sing-/Sprech Kombination, unterlegt nur von Schlagzeug und nur minimal umspielt von elektronisch erzeugten Klängen machen „The Blank Project“ unglaublich eingängig, trotz radikaler Reduktion.

Kopfkino

Die nächste ist fürs nebenbei Hören zu sperrig. UNIVERSAL DAUGHTERS nennt sich das italienische Musiker-Kollektiv. Für das Benefiz-Album „Why hast thou forsaken me“ hat es thematisch passende Songs aus dem vergangenen Jahrhundert (etwa 1920-70) ausgewählt, diese sehr spannend neu arrangiert und eine erstaunliche Anzahl singender Unterstützer gewonnen. LISA GERMANO, ALAN VEGA, GAVIN FRIDAY, STAN RIDGWAY u.a., geben dem jeweiligen Titel ihre persönliche Farbe. Von fast ohne Begleitung bis zu vollem Orchester. Sehr hörenswert!

Keineswegs düster!

Mit ihrem 6. Studio-Album in 15 Jahren knüpfen die NIGHTHAWKS nahtlos an ihr 1. Album an. Im Prinzip instrumental, erfunden von REINER WINTERSCHLADEN, Trompete und DAL MARTINO, Saiten und Keyboard. Ergänzt mit den handwerklichen Fähigkeiten ihres Tour Quintetts führen sie die HörerInnen durch imaginäre Landschaften und meist warme, sonnige Stimmungen. Knackige, jedoch dezente Grooves und der gekonnte Einsatz der solistischen Fähigkeiten machen „Rio Bravo“ für mich zur perfekten Tagesversion von GARE DU NORDs „Rendezvous“8.02.

2x akustische Gitarre. RAFAEL CORTÉS folgt auf „Cagini“ natürlich der Musik seiner spanischen Heimat. Aber er bleibt nicht in ihr gefangen. Mit zahlreichen Gästen, von Flamenco-Sängerinnen zu klassischen Tenören, vom Saxofon zum Akkordeon ergänzt und erweitert er seine Wurzeln, präsentiert Flamenco modern, als ernst zu nehmende musikalische Ausdrucksform mit hohem Genussfaktor. Neben seinen außerordentlichen Fähigkeiten auf den 6 Saiten.
Für seine „Rhapsody in Blue“ hat MARTIN MÜLLER die Klavierfassung GERSHWINs in ein Arrangement für Jazz Trio umgeschrieben und eingespielt. Dabei aber die klassische Interpretation mit jazzigen Rhythmen unterlegt. Damit die CD voll wird, weitere Titel aus Gs Repertoire und einen Saxofonisten dazu genommen. Von langsamem Tempo á la ‚All Blues‘ zu komplexen Rhythmuswechseln zu brasilianischem Einschlag. Dazu noch die Solo-Gitarrenversion (auf Nylon Saiten) des namensgebenden Titels machen eine ausgesprochen vielseitige und kurzweilige Platte. Kompliment.
Seite voll, NDIDI fehlt noch. Kanadierin, 2. Platte, „Dark Swing“ bewegt sich in weitgefasster Bandbreite zwischen ur-amerikanischem Country-Feeling, melancholischen Texten und gelegentlich flotten, eingängigen Poprhythmen. Ihre kräftige, Gospel-geschulte Stimme zieht das Ohr sofort in ihren Bann. Mehr? So lange diese na dann… gilt von Mo.-Fr. zwischen 11h und 17h in der Breiten Gasse zusammen mit 2 anderen Titeln dieser Seite ganz und in Hifi hören. NAKAMICHI SAN freut sich schon.
na dann... Tschüß! i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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