SCOTT H. BIRAM/ FLO BAUER/ MAXIM/ ANIMAL TRAINER/ TANGO TRANSIT/ EMINENT STARS / RADIO GRENZENLOS/ GLOBAL JOURNEY

Vorweg ein wenig Roots und am Ende wieder. SCOTT H. BIRAM könnte gut der ungestüme Enkel von JOHNNY CASH sein. Waren dessen letzte Platten eher das besonnene Resümee eines langen Lebens, abgeklärt und unaufgeregt, so ist SCOTT’s „Nothing but Blood“ das genaue Gegenteil. Ganz allein zur Gitarre (mal mit, mal ohne Strom) trägt er seine Unzufriedenheit, ja Wut, ziemlich ungefiltert vor. Sowohl rau, punkig und laut, als auch dezent zynisch und leise. Sollte m/f gehört haben.

Trio auf dem Drahtseil

FLO BAUER, erfolgreicher Hip Hop Produzent aus Hamburg, ist natürlich nicht mehr so jung, wie beim Start. Auf „Leise Töne“ setzt er sich überwiegend mit dem Leben als Musiker und Macher auseinander. Musikalisch pfiffig, interessante Beats und Arrangements und Texte nahe an der Wirklichkeit.
Sehr viel poetischer und mit großem sprachlichen Geschick umgesetzt finde ich den Tipp meiner Mitbewohnerin: MAXIM „Staub“. Ist nicht mehr wirklich neu und musikalisch sicher entwicklungsfähig, aber so auch schon mehr als interessant und er ist erst in seiner 1. Halbzeit!

Bild heute, Text na dann..12

Beginnt wie eine kanadische Indie/Alternative Platte und entwickelt sich im Lauf der sehr langen Spielzeit (mein Player zeigt 87 Minuten..?) zu einer weit mehr als passablen, chilligen House-Platte. M/F merkt, dass diese beiden Schweizer nicht neu sind im Gewerbe. Jahrelanges DJ-Ing und genaues Hinhören bei den Großen des Genres haben sehr positiv abgefärbt. Fein ausgearbeitete Beats, eingängige Harmonien und Gesang nur dort, wo die passende Stimme gefunden wurde. ANIMAL TRAINER nennen sie sich, das Album „Wide“.

Die Meters der Niederlande

Ganz ohne Strom, mit Akkordeon, Kontrabass und Drums gehen die 3 Herren von TANGO TRANSIT ihrer Kunst nach und spielen auf „Akrobat“…Tango! Nicht formal oder gar traditionell, sondern mit großer Lust zur Improvisation auf dem entsprechen jazzigen Fundament. Die meisten Titel erfinden sie selbst, die Hommage an ASTOR PIAZZOLLA darf natürlich nicht fehlen, bei Herrn MENDELSSOHN-BARTHOLDY wird was ausgeliehen oder auch bei dem nicht so bekannten Komponisten ROGER WATERS, mit dessen ‚Brain Damage‘ das Album einen beinahe poppigen, aber würdigen Abschluss findet. Feine Kost von der Heimatfront.

Back to the Roots. Die EMINENT STARS spielen New Orleans Rhythm & Blues, klingen beinahe, wie die METERS, stammen aber aus den Niederlanden. Klasse SängerInnen (im Wechsel), fett groovende Band, mal etwas mehr Blues, meistens deutlich mehr Funk und gegen Ende sogar ein wenig Afrika. Wer findet sowas? TOBI KIRMAYER für sein TRAMP Label und deshalb gibt’s „Sittin‘ in“ natürlich auf CD UND Vinyl!

Mehr solch feinen Stoff hört m/f am Donnerstag, den 13.3. ab 21h bei Antenne Münster, wenn KARL WORTMANN mit RADIO GRENZENLOS wieder seinem luxuriösen Hobby frönt und alle Willigen gern teilhaben lässt. Stift und Zettel bereitlegen, die Bands und Projekte haben nur selten geläufige Namen. Desgleichen bei MANFRED BEHLAUs GLOBAL JOURNEY, am Dienstag, 18.3., gleiche Welle gleiche Stelle, der die Fahne der Weltmusik mit unvermindertem Enthusiasmus hoch hält. 2x Schaumbad für die Ohren!
na dann... Tschüß! i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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