LINN LOUNGE EVENT/ LILJA BLOOM/ KITTY KAT/ KID SIMIUS/ MOONBAND/ JULIE’S HAIRCUT

Italienischer Prog Irrsinn.

Kurz vor knapp und deshalb vorne an: Bereits heute , Mittwoch, 26.3. 20h, Alter Steinweg 22, das Auditorium präsentiert: LINN Lounge Event,
Günter‘s MUSIK-aPOTHEKE in Amerika, genauer gesagt in Oklahoma. Mit viel Musik von J.J.CALE, Freunden, Verwandten, Helfern und anderen Tiefenentspannten. Ein virtuoses Klangerlebnis auf feinstem Equipment von LINN. Kostenlose Platzreservierung unter www.Auditorium.de

Ladies first. Von den Platten ihres Mannes, PAROV STELAR, kennen wir ihre Stimme bereits seit langem. Jetzt kommt ihr 1. Anlauf für eine CD, LILJA BLOOM‘s eigene EP mit 4 Titeln plus 4 Remixe von befreundeten Soundtüftlern. „More and more“ wartet mit in den 80ern verwurzelter Klang-Ästhetik hinter ihrer kräftigen Stimme auf. 4 unterschiedliche Entwürfe für den persönlichen Sound. Sehr harmonisch, rhythmisch flott und lieber kurz und bündig auf den Punkt, als lang und langweilig. Die mitgelieferten Mixe von PAROV, dem A.G. TRIO und der LA ROCHELLE BAND katapultieren die Tracks direkt auf den hippen Tanzboden.

Country-Folk? Americana? Gut!

Hier kommt die nächste. KITTY KAT, aus der Berliner Rap Szene. Mit ihrem 3. Anlauf, „Kattitude“ hat sie nicht nur räumlich sondern auch inhaltlich einen großen Schritt gemacht, weg von den Machismen und Plattitüden ihrer männlichen Kollegen zu einer jetzt auch mehr Sängerin mit sehr viel weiter gefasstem Blick für ihre musikalischen Möglichkeiten. Überzeugend authentisch vorgetragen und angenehm deutlich in Richtung Pop produziert. Gut gemacht, junge Frau!

KID SIMIUS ist sicher einer der Vielseitigsten, die mir in der letzen Zeit untergekommen sind. „ Wet Sounds“ nennt er seine Rundreise durch die musikalischen Welten, die ihn seit frühester Jugend bewegen. Von Surf mit fettem Beat im Hintergrund oder Dub Steb Rhythmen mit Twang Gitarre und Hochgeschwindigkeits-Sprechgesang zu abgestrippter Cumbia, lässt er nichts anbrennen. Selbst ein Bolero fehlt nicht. Aber nicht ohne Gitarre! Deshalb nennt er sein spannendes Unikat Surf’n’Bass. Nicht so sehr zum Sitzen und Hören, als vielmehr zum Party machen.

Surf’n’Bass….

Hinsetzen und hören kommt jetzt: Die MOONBAND hat mit „Atlantis“ ihren 3. Longplayer fertig. Die spielen Folk-Rock. Nicht so Instrumenten-fixiert, wie die MUMFORDS, aber genauso sicher im Finden feiner Melodien. Den mehrstimmigen Gesang kriegen sie gar noch besser hin, dabei ist ihnen die Tradition wichtig, jedoch nur als Ausgangspunkt für den eigenen, sehr individuellen Weg. Ganz unaufgeregt und begründet selbstbewusst reihen sie eine gekonnt produzierte Perle an die andere, setzen sich ohne Zeigefinger mit sich selbst, der Zeit, der Welt auseinander. Nach 12 Titeln ist m/f etwas traurig, dass die CD schon zu Ende ist. Mehr davon!

Bei der nächsten fand ich zunächst sowohl Bandnamen, als auch Titel, naja, blöd. Dabei ist JULIE’S HAIRCUT’s „Ashram Equinox“ die perfekte Zeitreise in die 70er. Als PINK FLOYD noch ganz lange Titel einspielte, KÖNIG CRIMSON die Ränder der Pop-Musik ausbeulte und MIKE O. noch tuberkulöse Bälle (o.ä.) klingen ließ. Prog Rock ohne Handwerks-Fetischismus, ohne Gesang, mit vielen Tempowechseln und gelegentlichen Endlos-Harmonien, die meistens beim Rauchen ohne Tabak entstehen. Etwas irre, aus der Zeit gefallen, aber sehr gut!
na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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