MÜNSTER MUSIC DAYS/ SPHERE/ ZOOWAX/ SLOW ROLLING CAMERA/ JOAN OSBORNE/ FELOCHE/ JEFF CASCARO/ REBEKKA BAKKEN

Multikulti Weltenbummler

Sie sind noch nicht vorbei, die MÜNSTER MUSIC DAYS! 2 Konzerte stehen noch aus. DHAFER YOUSSEF, den m/f in unseren Breiten sicher so schnell nicht noch einmal erleben können wird am Mittwoch (heute!) und Mutoto Chaud am Donnerstag zum Finale. Auf!

Flotter Sommer-Elektro-Pop

Aber die Local Laddies (Ladies?) sind ebenfalls aktiv. NICOLA MATERNE und GEORG TÜRK haben die 3. CD ihres Projekts SPHERE fertig gestellt. Steht bereits in den Läden, ein kleines Vorstellungskonzert gibt es am 13. Juni bei den Kellerkindern und ein paar Worte mehr hier nächste Woche.

Zwischen Downbeat und Jazz

Von meinen Wuppertaler Lieblingen CHINCHIN kommt die Flotte Sommer-Elektro-Pop Platte von ZOOWAX. Zwei Herren plus Sängerin tänzeln sehr entspannt zwischen lockeren Soul/Funky Vibes und feinem Pop, der regelmässig mit einem Schuss Elektro-Swing gewürzt wird.

Einen ganz anderen Weg gehen SLOW ROLLING CAMERA. Deren namenloses Album drängelt sich bei mir seit 2 Wochen immer wieder vor. Langsame, dunkel-romantische Stücke in der Machart von MASSIVE ATTACK mit einer herausragenden Sängerin im fliegenden Wechseln mit sehr komplexen Kompositionen, die die Bezeichnung Jazz mehr als verdienen. Bei den meisten Tracks wird aus Drummer, Key, Vocals und Soundtüftler eine grosse Band mit Bläsern, Streichern, Kontrabass und allem, was m/f für einen richtig vollen Sound gern hat. Nicht gesampelt, sondern von Händen gespielt. Da macht das aufmerksame Zuhören erst richtig Spass.

Zum Auflockern zwischendurch liegt dann die im besten Sinne ganz konventionell produzierte neue Platte von JOAN OSBORNE auf. Singer / Songwriter, mal mit mehr, mal mit weniger Band, aber mit handfesten, passenden Arrangements. Kein Wunder, alles von ihr selbst oder zumindest mit ihr erfunden. Entsprechend kommt ihr Gesang absolut authentisch herüber und aus „Love and Hate“ hat sie für dieses Werk vom ersten Wort des Titels ganz viel in diese Arbeit gesteckt.

Seit Jahren in der Welt unterwegs, überall neue musikalische Kontakte knüpfen und doch erst bei Album Nr. 2. FELOCHE mischt seine Musik (er nennt sie Urban Bayou, aus beinahe allem, das m/f sich vorstellen kann. Chanson, Reggae, Bluegrass, Punk, Funk Hip Hop. Nicht als gesichtslose, willkürliche Mixtur, sondern zu seinem sehr organischen, flotten und lebensbejahenden Sound. Und statt elektrischer Gitarre verziert er seine kleinen Kunststücke lieber weiterhin mit der Mandoline und der Pfeifsprache der Ur-Gomeraner. Geistig sehr verwandt mit MANU CHAO.

„2 mal HR-Bigband, 2x exzellente Arrangements von JÖRG ACHIM KELLER, 2x Songbook, aber sehr unterschiedliche Resultate. Auf „Any Place..“ singt JEFF CASCARO seine Favoriten aus dem HAROLD ARLEN Songbook. Deutschlands wohl bester Sänger mit musikalischem Background, der auch SINATRA und anderen Grössen gut gestanden hätte. Klasse.
REBEKKA BAKKEN, mit gleicher Unterstützung singt auf „Little Drop of Poison“ TOM WAITS. Doch selbst die hervorragende Song-Auswahl, die bestens umgearbeiteten und ausgestatteten Arrangements helfen mir nicht, ihre Stimme ist einfach zu gut, sie singt zu sauber, zu schön. Ist für mich KARL-HEINZ KÖPKE liest BUKOWSKI. Darf und kann m/f sicher auch ganz anders sehen, da hilft nur selbst ein (Hör-) Bild machen.
na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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