SPHERE/ JARO MILKO & THE CUBALKANICS/ JOHAN LEIJONHUFVUD/ /PETER MURPHY/ BUTTERING TRIO/ THIRD COAST KINGS/ FRANKLIN/ GREATER LENGTH/ REFERENCE SOUND EDITION 4

Neues vom Lounge Lizard

Fussball läuft. Heft Mitnehmen, in der Pause lesen. Wichtig: Freitag Nachmittag, SPHERE mit neuer CD Live im CD FORUM.

Musikalische Spurensuche

Vorneweg die Badesee-, Strand- oder Grillparty-Platte des Sommers. JARO MILKO & THE CUBALKANICS. Der Bandname ist Programm, diese „Cigarros Explosivos“ sind gedreht aus Latin, Cumbia, Kuba, Balkan und scharf gewürzt mit JARO’s Surf- und Twang Gitarre. Zielt direkt auf die Füsse und fordert unmittelbar Wiederholung.

Dolce Vita in Jazz

Diesen Namen muss ich ablesen: JOHAN LEIJONHUFVUD, Gitarrist mit b/d/p Begleitung, Insidern bekannt aus dem NILS LANDGREN Umfeld, hat mit ‚Mighty Mezz‘ eine neue CD aufgenommen. Trotz genannter Besetzung kein JazzRock, sondern Zitate und Anleihen aus älterer Tradition. Etwas BeBop, fast immer swingend, das Ganze aber in sehr moderner Spielweise. Spannend, neu und verleitet dazu noch mal in älteren Jazz-Gitarristen-Platten zu schmökern. Same same, but different!

Für Menschen mit Gedächtnis, PETER MURPHY (ganz früher BAUHAUS) legt eine neue CD vor. Fetter Sound, gute Songs, grob gesagt im mittleren BOWIE-Stil nur wuchtiger, wüster; schliesslich war seine Erfolgsband eine Spätfolge von Punk, dessen 2-Akkorde-Hey-Ho-Let’s-go- Doktrin für ihn weit weniger relevant war, als die Geisteshaltung, produziert von YOUTH in vollem Breitwand-Stereo.

Das BUTTERING TRIO ist für die Beteiligten ‚nur‘ ein Nebenprojekt. Dafür aber ungeheuer ausgefuchst und lebendig. Trippige Beats, knackige Bässe, Harmonien aus der Ecke Nu Soul, eigenwillige, aber gut eingepasste Synthi Sounds und eine Stimmung, die mich, besonders in den langsameren Tracks, an die 1. ERYKHA BADU Platte erinnert.

Die THIRD COAST KINGS nennen ihren Sound Deep Soul. Mit dem aktuellen, 2. Album „West Grand Boulevard“ stellen sie deutlich unter Beweis, das Retro nicht automatisch altmodisch bedeutet. Harmonien, Rhythmen und Riffs sind eindeutig aus dem ‚Motorcity Sound‘ Detroits entliehen. Nicht als Kopie, sondern als mit dem Wissen und den Möglichkeiten des Hier und Jetzt neu und absichtlich erfunden. Ob Instrumental oder in den Vokal-Titeln, die Band überzeugt mit grossem Handwerk, feistem Groove und klasse Bläsern.
Das französische Duo FRANKLIN liefert auf „Cold Dreamer“ eine feine Mischung aus heimatlicher Elektronika mit einem ordentlichen Schuss träumerischen Pop Songwritings. Verspielt, melodisch, dezente Beats; sehr schöne eher leichte Kost.

Zu den Namen ENO, BUDD, JOHN CALE muss ich hier nichts sagen. Deren gemeinsames Label ALL SAINTS (ca. 80er) wird reaktiviert. Neben ein paar bereits erfolgten gut ‚gepimpten‘ Neuauflagen gibt’s jetzt den hervorragenden 2CD Überblicks-Sampler „GREATER LENGTH“ mit 16 Highlights aus dem Katalog plus 13 Neubearbeitungen von Nachwuchs-Elektronikern. Nicht rätseln, hören, lieben! Ambient Electronica ist der reale Chill, meist ganz ohne Beats!
Für die best trainierten Ohren liegt ab sofort der „REFERENCE SOUND CHECK 4“ (DoLP/CD) vor. Ultimativ überspielt, exzellent gefertigt UND super Musik von coolem Blues und Pop zu feinen Songs und Jazz. Da jubelt die Nadel und die Linse tanzt vor Freude.
na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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