JULIA BIEL/ PETER GABRIEL/ WALKABOUTS/ KARL HECTOR AND THE MALCOUNS/ IAN McLAGAN/

Die Neuerfindung von „So“

Das Auge ist blind für was der Geist nicht sieht. Die JESSICA BIEL aus der letzten Woche heisst richtig JULIA. Das ändert nichts an der Klasse ihrer Musik. Hören, wo Ihr sie findet.

Die Neuerfindung von „So“

Etwas irritiert war ich, zu hören, dass jemand für 1 KATE BUSH Konzert im August in London so viel ausgibt, wie wir zu zweit für den Jahresurlaub. Das relativiert sich für mich nach dem Genuss von PETER GABRIEL’s „Back to Front“ DVD (auch als BluRay oder als Doppel DVD inkl. Doppel CD!). Auf einem ordentlichen Bildschirm an einer klingenden Anlage ist das schon gross, aber Live und in echt wirklich monumental. Zu beginn akustisch, danach mit der Kerncombo (LEVIN,RHODES,KATCHE), mit der er 86/87 sein „So“-Album praktisch der gesamten Welt präsentierte, zunächst noch ohne richtig Strom 10 Titel quer durch sein bisheriges Schaffen und dann mit vollem Einsatz „So“, das ganze Album, in Reihenfolge plus Zugaben. Inklusive Choreografie(!?) und korrekt gekleideten Background-Sängerinnen. Akustisch und optisch nicht die Wiederholung, sondern die Neu-Präsentation. Videoprojektionen im Hintergrund, 2012 natürlich digital und eine Lightshow, die ich nur als zwischen fantastisch und beängstigend bezeichnen kann. Muss m/f Fan für sein, was allerdings nicht schwer ist! Hauptsache, der Bildschirm hält es aus. Wenn m/f schon nicht dabei sein konnte, dies ist, dank ausgezeichneter Bildregie, so gut wie!

Englishman in Texas

Nicht abschalten, das ist die aktuelle na dann… (29/2014), auch wenn jetzt noch was Altes kommt. Neuauflage eines Klassikers des Genres, das später Americana getauft wurde. „Nighttown“ von den WALKABOUTS, jetzt als Doppel-CD (Extras sind 4 Demos und ein Instrumental). Der Doppel LP liegen übrigens beide CDs bei, aber auch ohne die Extras hätte ich jederfrau und -mann diese lange vergriffene Platte empfohlen. Grossartige, etwas düstere Songs, sparsam auf den Punkt produziert und gesungen von CHRIS und CARLA. Die Ähnlichkeit mit späteren NICK CAVE Platten war nicht geplant. Genug gesagt!

Diese hier ist nicht alt, klingt aber beinahe so. Zwischen Krautrock, Easy-Listening und diversen Afro-Rhythmen bewegen sich die ‚Jams‘ auf „Unstraight ahead“ von KARL HECTOR AND THE MALCOUNS. Ältere Semester können 2 der Macher aus der Acid Jazz Phase der 90er von den POETS OF RHYTHM kennen. Egal wie eigenwillig die Harmonien hier um die Ecke kommen, der Groove stimmt immer. Wirklich krautig, lediglich der ‚Rock‘ von Seinerzeit wird ersetzt durch afrikanische Rhythmusmuster. Vor 40 Jahren hätte ich gesagt: „Feinste Hippie-Musik“. Aber gibt es heute noch so frei hörende Geister?

Und noch ein ‚alter Sack‘: IAN McLAGAN, ex-Mitglied der SMALL FACES (60er) legt nach 5 Jahren mit „United States“ ein neues Album vor. Der Engländer würde sagen ‚Dad Rock‘. Also Rock für Erwachsene, irgendwo zwischen seiner Herkunft, PAUL WELLER und MARK KNOPFLER. Nicht so Saiten-verliebt (er spielt Keyboards..), wie letzterer nicht ganz so stylish, wie PAUL. Sein amerikanischer Wohnsitz fügt noch etwas Rhythm and Blues und Soul dazu. Und klasse Melodien und Refrains kann er immer noch. Fast wie der junge PAUL (jetzt McCARTNEY). Absolut hörenswerte Handarbeit.
na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

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