JOHN HIATT/ ERIC CLAPTON/ ALICE ROSE/ IMPELLERS/ SEBASTIEN TELIER/ MARINA CREDO/ CBbc IBIZA/ AL JARREAU

Retro Funk trifft Afro Beat

Vorweg 2, die auch an anderer Stelle sicher fett erwähnt werden. JOHN HIATT besinnt sich auf „Terms of my Surrender“ auf seine Stärken. Alle Tracks eher langsam bis midtempo, klar und einfach instrumentiert und ungekünstelt gesungen. Gut so.

Und ERIC CLAPTON und Freunde liefern mit „The Breeze“ ihre Reminiszenz an J.J. CALE. Konnte ich noch nicht hören, aber seine Bearbeitungen der Vergangenheit lassen Gutes erwarten. Beide ab Freitag, natürlich auch auf Vinyl.

Retro Funk trifft Afro Beat

ALICE ROSE’s „Each is a Dream“ ist eins von den Werken, die bei der 30 Sekunden Anspieltechnik untergehen. In so kurzer Zeit lässt sich keiner der sparsam mit Elektronik und konventionellen Instrumenten erzeugten Titel erfassen. Dafür sind Text, Musik und auch ihr Gesang zu persönlich, zu intim. Da hilft nur der Besuch beim Fachhändler, willkürlich ausgewählt 2 Titel, aber die ganz, hören. Dann fasziniert es. Oder das ganze Album während der Geschäftszeiten der na dann...bei NAKAMICHI SAN, dem 3er Wechsler, der jede Woche 3 der hier erwähnten Titel ganz und in Voll-Stereo zum Hören anbietet).

Die IMPELLERS steigern sich von Album zu Album. „My Certainty“ zeigt sie als Retro Soul-/ Funk-Combo erster Klasse, die auch schon mal einen Afro Beat unter ihre Songs legen kann. Balladen, akustischer Soul, der seit langem gelebte kräftige Funk-Sound und die Sängerin in Bestform heben das aktuelle Album deutlich von den beiden Vorgängern ab. Ausgereift und rund.

Al trifft illustre Freunde

Mir wird mit jedem Album deutlicher, was für ein Romantiker SEBASTIEN TELLIER ist. Mit kleiner Combo plus Streichern schafft er auf „L‘Aventura“ über 10 Titel hinweg Wohlklang, ohne dabei platt oder langweilig zu werden. Auch von dieser CD muss m/f mehr als 30 Sek. Schnipsel hören, allein wegen seines 15 Minuten lang nachzuvollziehenden Abenteuers im Studio von J.M. JARRE, wo er einen Intensivkurs in analoger Synthi-Technik genommen hat. Erinnert mich in seiner beinahe kindlichen Naivität an frühe Songs seines Landmannes MICHEL POLNAREFF, auch wenn der ganz ohne Strom konnte. Schön, aber nicht einfach nur.

Ganz klassisch, ganz in der Tradition kommt „Cronicas“ von MARINA CEDRO daher. Tango mit Bandoneon, Klavier und Streichquartett. Allerdings mit ausschliesslich selbst komponiertem Material. Melancholie, Drama, Freude, in Arrangements von Herrn BEYTELMANN, die ihre Stimme und Stimmung passend in Szene setzen. Für Tango HörerInnen.

Ein weiterer Werbeträger für eine Hip-Location ist „CBbc IBIZA“ (steht für Cala Bassa Beach Club). Das ist aber auch schon das Böseste, was ich über diese chic verpackte Doppel CD sagen kann. DJ ZAPPI, der Sucher der Songs, hat den Schuss gehört. Klar, House, beinahe Deep, aber in Tempo und in Härte gut gebremst und feine Tracks gefunden, die zwischen Songs (klasse SängerInnen) und bei geringer Lautstärke fast Chilligem pendeln. Nahtlos gemixt und doch gut unterscheidbare Titel. Auch für ‚Erwachsene‘!.

Zu AL JARREAU. Allseits begründet beliebter Soul-/ Jazz Sänger. „My old Friend: Celebrating George Duke“ ist sicher das Interessanteste, das er seit langem veröffentlicht hat. Klasse Songs, gute Grooves, exzellente Duett-Partner und eine Produktion vom Feinsten. Warme Sommerabende kommt jetzt endlich!
na dann... Tschüß! i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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