GJERMUND LARSEN TRIO/ PETER WHITE/ BATIDA/ DEVON ALLMAN/ BURNT FRIEDMAN/ OBSESSION LOUNGE 8

Mehr als nur Blues.

In ungewöhnlicher Besetzung tritt das GJERMUND LARSEN TRIO zu seiner 3. Platte „Reise“ an. Fiddle, Piano / Harmonium und Kontrabass. 10 ausgefeilte Miniaturen, deren Motive aus der Folk-Tradition stammen könnten, mit grosser Ruhe, Geduld, einer guten Hand für den Gesamtklang und zwischendurch feinsilbiger Improvisation in Szene gesetzt. Durchsichtig und warm klingend durch die Studio-Arbeit von JAN ERIK ‚ECM‘ KONGSHAUG. Kleine Kunst vom Rand der grossen Welt.

Natürlich perfekt in Handwerk und Klang kommt die neue CD von PETER WHITE daher. Die dritte in PETERs Reihe der CDs mit ausschliesslich Eigenkompositionen. In erstklassiger Besetzung gibt’s auf „Smile“ 8 Instrumentals und 2 Titel mit Gesang. Ob auf einer feinen Pop-Melodie oder mit leichtem Funk im Hintergrund, er findet auf seiner Nylon-Saiten Gitarre eine einprägsame Melodielinie, lässt dabei auch mal den Bläsern Vorrang. Instrumentalmusik für den späten Abend mit einer Spur Jazz.

Kultur? Kunst!

Überhaupt nicht entspannt geht es auf „Dois“, der 2., von BATIDA zur Sache. Hier wird kopiert, eingefügt, geschnitten und gedoppelt, dass die Boxen rauchen. Mit konventionellen Instrumenten angereichert vermischt er kongolesische Rumba, und diverse andere Rhythmen afrikanischer Herkunft (Kuduro, Semba, Benga) zu seiner ganz speziellen hyperaktiven Variante House / Club. Dafür braucht der Mensch aus der norddeutschen Tiefebene etwas mehr Hochlaufzeit.

Das kann die lokale Seele schneller wechseln: DEVON ALLMAN legt sein 2. Album (unter eigenem Namen) vor. 12 Tracks, davon 3 Adaptionen, der Rest selbst oder von der Band erfunden. Rockt direkt ordentlich los, besucht zwischendurch gern den Blues und kann auch sehr gut Balladen. „Ragged & Dirty, wie ich schon zur letzten sagte, erinnert mich stark an die besten Zeiten von BOB SEGER, aber DEVON spielt nach wie vor besser Gitarre!

Perfekt im Hintergrund.

In wirklich keine meiner Schubladen passt die Musik von BURNT FRIEDMAN. „Cease to Matter“ macht da keine Ausnahme. Seine polyrhythmischen Minimalismen, Klanglandschaften, Echo-Melodien prägen auch hier das Bild. Zusätzlich gibt es Stimmeinlagen von DANIEL DODD-ELLIS und einen elektrischen Bass. Das ist konzeptionelle Arbeit an vorhandenen / bekannten und neuen Klangstrukturen, ich vergleiche es mit Bildhauerei. Nebenbei geht gar nicht, taucht m/f ein, entsteht ein anderer Kosmos.

Neben DJ PIPPI, der die exzellenten „CAPPUCCINO GRAND CAFE“ Sampler zusammenstellt, gibt’s auch in unserem Land einen DJ, der schon seit langem ‚einen guten Lauf‘ hat: DJ JONDAL. M/F denke nur an die bereits 7 Folgen „LA NUIT“ mit fein ausgesuchten Sounds aus der Ecke ‚House und trotzdem gut zu hören‘. Hier und heute geht es aber um seine Reihe „OBSESSION LOUNGE“, die ohne Qualitätseinbussen auch schon bei Folge 8 angekommen ist. JONDALs Einzugsgebiet ist und bleibt Musik, die zu gutem Teil elektronisch generiert wird. Ergänzt um konventionelle Instrumente, Harmonien und Klänge aus Arabien / Indien und besonders Stimmen. „OBSESSION LOUNGE 8“ hat durchweg kräftige Beats, allerdings in niedrigem Tempo und eher unter Melodien in Moll. Schöne Songs, denen ich mehr Öffentlichkeit wünsche, gelungen in Reihenfolge gebracht für mehr als 2 Stunden (Doppel-CD) ungestörten, entspannten Musikgenuss. Gut gemacht!
na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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