BOB DYLAN/ DIANA KRALL/ ACHIM REICHEL/ KING CRIMSON/ ANNIQUE/ BARBARA BARTH/ TANY TAGAQ/ A BAND OF CRICKETS

Wer es kann, singt Jazz!

Mal sehen, mit was wir zu FRANKs 100. Geburtstag noch überrascht werden. Der Zimmerman macht es auf seine Weise. Ein Album mit SINATRA-Songs, für den Mann, der nie eines seiner Lieder aufnahm (bitte verbessert mich). Bin gespannt, wie „Shadows in the Night“ klingt, denn singen kann BOB bekanntlich nicht.

Dafür ist der DYLAN Song unter dem Dutzend (auf der Standard-CD/2LP) ausgewählter Pop Perlen auf dem neuen Album von DIANA KRALL „Wallflower“ Titel gebend. Na bitte!

Alter Haudegen

Jetzt mal ein Newcomer, der sich gut über die Zeit gerettet hat. ACHIM REICHELs „Raureif“ ist bereits sein 24.(!) Studio-Album. Ein grosser Poet war er nie, das machen auch auf dem neuen Werk ein paar alte Weggenossen. Er selbst formuliert ziemlich geradlinig kleine Beobachtungen und Geschichten aus dem Alltag, erzählt diese in typisch norddeutscher Trockenheit und untermalt sie mit Harmonien und Rhythmen aus dem anglo-amerikanischen Fundus. Einen GRAMMY gewinnt er damit nicht, aber sich und seinen vielen Fans macht er damit grosse Freude.

Die hier gibt es schon so lange, dass sie nicht mal mehr vollständig sind. Die derzeit aktuelle Besetzung von KING CRIMSON (3x Drums, 2x Gitarre, Sax, Bass) hat im Oktober 2014 in L.A. ein Album aufgenommen. „Live at the Orpheum, so der Titel, enthält gut 40 Minuten Material, quer durch die Karriere in allerbester Prog Rock Manier. Von erhaben bis frickelnd, von leise bis laut, für Freunde ein höchst willkommenes Wiederhören, für Neulinge kaum zu verdauen. Natürlich als CD/DVD-Audio Set mit PCM bzw.MLP Dateien für die Lossless (Klangverlust freie) Wiedergabe auf der Anlage, von der m/f immer ein Foto bei sich trägt. Und auf LP!

Bunter Vogel

In der Mitte heute 3 Damen, die es unterschiedlicher kaum machen könnten. ANNIQUE, sicher nicht so jung, wie das Cover glauben machen will, überrascht mit sehr gemischtem Programm. Von Neo-Swing (nicht Elektro-!), der Frau EMERALD durchaus neidisch machen könnte über lärmig launische modern Rocker zu Tracks, die mich direkt SHIRLEY BASSEY mit den PROPELLERHEADS assoziieren lassen. Etwas Musette mit Gipsy Swing und eine schöne Ballade. Schon etwas verrückt dieses „Heads up“, klingt trotzdem, wie aus einem Guss.

„This is“ BARBARA BARTH ist ihr Eintritt in die Welt der Tonträger. Sie singt Jazz inkl. Scat-Gesang. Sie ist gut. Aber Platten mit modernem (nicht modischem..) Jazz zu verkaufen ist schwer. Siehe auch Anfang dieser Seite. Bis auf 2 Titel selbst komponiert und mit Quartett-Begleitung (dr.p.b.sax.) inspiriert und sehr engagiert eingespielt. Feines Handwerk, sensibler Umgang mit Mensch und Material und dafür gibt es nicht mal einen Hinweis Kulturfernsehen. Kann m/f eben nicht in 2 Minuten und schon gar nicht in 3 Sätzen vermitteln. Für einen solchen Versuch muss Frau schon etwas mehr verrückt sein.

Richtig verrückt klingt TANYA TAGAQs „Animism“. Kulturgut von der kanadischen Inuit-Frau. Vergleichbar mit BJÖRK, ähnlich experimentierfreudig und fantasiebegabt und dabei nicht auf den Erfolg schielend. Stürmisch, energiegeladen mit eigenwilligen Sounds und Rhythmen. Für AbenteurerInnen….und die Zukunft.

A BAND OF CRICKETS sind mein Überraschungstreffer. Ein Projekt aus unserem Land, bei dem der Vergleich mit Ideen und Strukturen der frühen PORTISHEAD nicht übertrieben ist. Schwermütig und melodiös, dramatisch ohne Pathos, dafür neben und unter schwebenden Klängen ordentlich fette Basslinien. „Inter Larvas“ bietet alles, von zirpenden Grillen zu vibrierenden Grooves.
na dann... Tschüß! i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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