FRANCEL-EISENREICH-LOHMEIER/ CHAMBER MUSIC PROJECT/ SILJE NERGAARD/ NEW ORLEANS BRASS BANDS/ HOLLER MY DEAR/ DALINDEO/ QEAUX QEAUX JOANS

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Initiiert von MULO FRANCEL (Quadro Nuevo), MARTINA EISENREICH und WOFLGANG LOHMEIER ist gerade das 2. Album der ‚Schöne Töne‘ Reihe erschienen. Nach „Inka Moods“ im vergangenen Jahr widmen die 3 plus wohlbekannte Gäste das neue Volume „Rainforest – Hommage to an endangered Treasure“ dem Regenwald. Den gibt es auf 3 Kontinenten, entsprechend wurden Instrumente, Harmonien und Spielweisen ausgewählt, zum Teil mit Originalgeräuschen und –gesängen gemischt, plus neu komponierte Musik, dazu bereits bestehende Titel zum Thema passend nachbearbeitet. Das ist keine weitere ‚Chillout with the Voices of the Rainforest‘, sondern der unbedingt entspannend wirkende Versuch, den Klang des Regenwaldes in eine adäquate Klanglandschaft zu verwandeln. Natürlich.. komplett akustisch.

Behutsam und zurückhaltend geht es weiter. Das niederländische CHAMBER MUSIC PROJECT (Sängerin, Gitarre, Cello, Piano) zeigt auf „Who’s the Bossa“ seine Vorstellung von brasilianischer Musik. Der Name verrät es, kammermusikalisch leise, sensibel aber höchstgekonnt präsentieren sie zwischen Titeln der ‚grossen‘ Brasilianer auch eigene Stücke. Dabei überlassen sie es fast immer den Hörern, sich den Bossa Nova Rhythmus vorzustellen und umspielen diesen mit Bravour. Also deutlich weniger JOAO GILBERTO als vielmehr A.C. JOBIM.

I dig those Fins..

Diese leise CD enthält meinen melancholischen Ohrwurm des Jahres. SILJE NERGAARD, bislang immer unter dem Etikett ‚Jazz‘ vermarktet, setzt sich auf „Chain of Days“ erkennbar von dieser Routine ab. Klar, die Band ist jazzmässig instrumentiert, weder die Songs, noch die Arrangements im entferntesten Format Radio geeignet, und trotzdem ist es eher erwachsene Singer/Songwriter Musik. Leise Lieder mit sehr persönlichen Inhalten, die um ihren aussergewöhnlichen Gesang herum arrangiert wurden. Den Gipfel der Zurückhaltung bringt ‚The Dancefloor‘, das sie und Duett Partner KURT ELLING unvergleichlich vortragen. Könnte auch von COHEN sein.
Am 23. April hier in MS, in der CLOUD!

SMITHSONIAN FOLKWAYS bringt mit „NEW ORLEANS BRASS BANDS“ Schwung in die Bude. 3 aktive Brass Bands aus der Mississippi Stadt feuern ihre Varianten. Die LIBERTY BRASS mit dem klassischen Marching Band Sound, die TREME BAND, die der Tradition etwas auf die Sprünge hilft und die HOT 8 BRASS BAND, bei der es ordentlich funky abgeht. Eigentlich nix für uns unterkühlte Nordländer, ich lege sie trotzdem wärmstens ans Herz!

Etwas Kate mit etwas mehr Rock

Den gemischt besetzten 6er HOLLER MY DEAR kann ich in der hier angesagten Kürze kaum beschreiben. Akustisch instrumentiert mit Klangerzeugern, die eher auf Folk oder Jazz schliessen lassen, bieten sie eine bunte, jedoch nie ziellose Mischung, die mühelos von Musette-Anklängen über Balkan zum eher britischen Popsong übergeht. „Eat, drink & be merry“ zeigt fünf gut aufeinander eingespielte (feingerührte..) Musiker plus eine Sängerin, der jede harmonische Herausforderung gelingt und dabei immer ein wenig den Schalk im Nacken mit sich führt. Sehr hörenswert.

60er Jahre Soundtrack Jazz, Twang Gitarren, swingenden Jazz gemischt mit Ruinen aus finnischer Pop Musik bieten DALINDEO auch auf ihrem 3. Longplayer „Kallio“. Handwerklich exzellenter Retro-Sound, instrumental, mal wieder aus dem hohen Norden, die haben offensichtlich eine Quelle für solche Musiker.

Weit weniger Roots/Blues geerdet als der Vorgänger kommt „The Ritual“, das neue Album von QEAUX QEAUX JOANS daher. Kein Wunder, hier gibt es keine Band, nur sie und ihr Produzent spielen die Instrumente. Dazu ab und an Streicher oder Chor, ist „The Ritual“ deutlich introvertierter und handwerklich komplexer; ihre momentane Befindlichkeit. Etwas übertrieben würde ich sagen, Richtung KATE BUSH, aber doch nicht ganz so verrückt verspielt.
na dann... Tschüß!

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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