SHERWOOD AT THE CONTROLS/ TRUCKERS, KICKERS, COWBOY ANGELS Vol. 3 & 4/ YVONNE MWALE/ LUISA/ CHINCHIN PRESENTS/ DENAI MOORE/ JOSH SMITH

Vielseitig im Einsatz

Es wurde einfach Zeit für eine Werkschau! Auf „SHERWOOD AT THE CONTROLS“ finden sich 14 Tracks aus den Jahren 1979-84, der Frühphase der inzwischen Soundbastler Legende ADRIAN SHERWOOD. Das sind keineswegs nur Reggae-getränkte Exkursionen in Tiefbass Gefilde, sondern
Musikalisch sehr vielfältige, oft erste Gehversuche von Acts und Künstlern, die nicht alle grosse Namen wurden, aber eine deutliche Spur in der Musikwelt der 80er hinterlassen haben, u.a. MEDIUM MEDIUM, MARK STEWART, SHRIEKBACK, SLITS und natürlich auch Roots, wie PRINCE FAR I. Trotz beinahe Maximum CD Spiellänge ein kurzes, klingendes Geschichtsbuch der Independent Szene der Zeit. Und das ist erst die 1. Folge!

Wenn ich dann schon mal im Gestern krame….BEAR FAMILY setzt die Reihe „TRUCKERS, KICKERS, COWBOY ANGELS“ – The blissed out Birth of Country Rock fort mit Folgen 3 und 4, jeweils Doppel CDs. Diese Aufarbeitung wird einmal bis 1975 reichen, Volume 4 endet 1971, da geht also noch was! Natürlich in der exzellenten Standard Qualität, was Klang und umfangreiches Booklet angeht und es sind mehr als alle dabei, die ich aufzählen könnte, mit Ausnahme von ‚CROSBY STEALS THE CASH FROM YOUNG‘, die gaben ihr Schaffen bisher nicht frei. Historisch korrekt und trotzdem perfekt für Barbecue und Autobahn.

Afrikanische Stimme aus Frankfurt

Deutschland, die erste: YVONNE MWALE hat in Frankfurt Musiker und Produzenten gefunden, mit denen sie ihre Vorstellung von Sound umsetzen kann. Ihrer klaren kräftigen Stimme und den Gesangslinien hört m/f die Abstammung deutlich an, musikalisch breitet sie ihre Fähigkeiten in die Felder Soul mit erkennbaren Gospel Roots und erwachsene Popmusik aus. Ein feines Gefühl für den Blues und natürlich heimatliche Rhythmen runden „Ninkale“ ab. Gut die Hälfte der Titel sind auch für uns verständlich in Englisch gesungen.
Nummer 2: LUISA, erste deutsche Künstlerin auf dem renommierten NETTWERK Label legt mit „Never own“ ein absolut überzeugendes Debüt vor. Fein ausgearbeitete Songs, eingängig genug, aber trotzdem haarscharf an Pop vorbei. Zurückhaltend und sparsam produziert mit klasse Begleitern, die sich nicht in den Vordergrund drängen. Dazu ihre auffällige Stimme, mit der sie jedem Titel eine ganz spezielle Note verleiht,

Und als drittes die Werkschau meines Lieblings-Labels aus Wuppertal: „CHINCHIN PRESENTS“. Alles drauf, was in diesem Jahr schon was veröffentlicht hat oder noch wird. Vom entspannten Pop-Gipsy-Swing des DJ FARRAPO über unbedingte Tanzbodenfüller spanischer Kollegen zu den Eigengewächsen (hier produziert) JEAN HONEYMOON und dem zu Recht überaus beliebten CLUB DES BELUGAS. 20 Tracks, randvoll, mit feinstem Sound zum Easy Listening oder flotten Abtanzen.

Das neueste aus der Schmiede

DENAI MOORE kann trotz ihrer Jugend schon auf eine ganze Reihe prominenter Unterstützer zählen. Erstklassige Soul Music (nicht R’n’B!) aus dem UK. Tolle Stimme, gute Songs, fett produziert, als helfenden Vergleich kann ich vielleicht ALICIA KEYS nennen. Einfach schön zu hören.
Zum Finale die beinahe obligatorische Blues Platte. JOSH SMITH und sein „Over your Head“ zählen klar zur Liga ‚Bluesraster als Grundlage‘, darauf Rock Riffs und viel Gitarre. Etwa in Richtung BONAMASSA, der auch auf einem Track seine Seiten sprechen lässt. Unter die kräftigen Rocker hat er aber auch ein paar ‚gemütliche‘ Tracks gemischt, in denen er sich auf ruhigeren Rhythmen als einfühlsamer Gitarrist hervortun kann.
na dann... Tschüß! i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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