PABLO MILANES & JOSE MARIA VITIER/ CARMEN SOUZA & THEO PASCAL/ MARA ARANDA/ COSBY/ CRAZYTOWN/ JESSICA HERNANDEZ & THE DELTAS/ SETH SENTRY/ AKUA NARU/ SEA & AIR

In unseren Breiten gab es lange nichts Neues zu hören vom kubanischen Sänger PABLO MILANES. Zusammen mit Pianist / Arrangeur JOSE MARIA VITIER interpretiert er Texte und Lieder aus Lateinamerika und natürlich Kuba. „Cancion de Otono“ ist sehr ruhig, romantisch, schön, nur Piano und seine angenehme Stimme.

An die Stimme und den Gesang von CARMEN SOUZA muss m/f sich etwas gewöhnen. Zusammen mit Bassist THEO PASCAL zeigt sie auf „Epistola“ eine ganz andere Version kapverdischer Musik. Mit sehr sparsamer Unterstützung durch weitere Instrumente jazzen und improvisieren die 2 sich durch 9 eigene Gewächse plus HORACE SILVER’s ‚Cape Verdean Blues‘ und GLENN MILLER’s ‚Moonlight Serenade‘. Sehr interessante Variante!

Schön, nicht angepasst

Die dritte CD im heutigen Bündel der ‚hard to finds‘ ist „Mare Vostrum“ von MARA ARANDA. Die sehr persönlichen Texte unterlegen sie und ihre überwiegend auf traditionellen Instrumenten spielende Band mit Songs aus musikalischen Fragmenten natürlich aus Spanien, ebenso aber aus z.B. Bulgarien oder Griechenland. Für echte Folk Freaks.

Die EP aus dem Vorjahr gab es scheinbar nur als Download, jetzt legt die Münchener Combo COSBY mit „As fast as we can“ die erste CD vor. Sehr ausgereifte Pop-Musik, die sich gern auch mal an Sounds der 80er anlehnt, diese aber lediglich zur Abgrenzung vom üblichen Radio-Pop nutzt. Intelligent arrangiert, vielseitig in Worten und Musik meistern sie die Kurve um die meist belanglose ‚Heavy Rotation‘ und schaffen doch Melodien und Refrains, die im Ohr bleiben. „As fast as..“ bleibt sicher nicht der letzte Streich!

Hip Hop, next Generation

Erwähnenswert finde ich auch das neue Album von CRAZYTOWN. Fast 15 Jahre nach ihrem erfolgreichen Debüt (Hit ‚Butterfly‘) und nach 10 Jahren Pause knüpfen sie mit „The Brimstone Sluggers“ wieder genau an die treibende Mischung aus rockenden Riffs und Hip Hop Vocals an. Zusätzlich mit einigen ‚Stimmen vom Fach‘ verstärkt klingt das ganze äusserst frisch und kraftvoll. Schauen wir mal, ob die Jetztzeit das honoriert.

Mit einer klasse Mischung aus etwas Rockabilly, Rhythm and Blues und diversen Varianten Rock überraschen JESSICA HERNANDEZ & THE DELTAS. Energie, Tempo, Spielwitz und ein ebenso feines Gefühl für Balladen machen aus „Secret Evil“ eine ganz geradlinige und extrem kurzweilige Platte. Die kann ich mir gut im Gleis vorstellen.

Sehr eigenwillig.

Salsa aus Australien gab es in der letzten Woche, in dieser Hip Hop from Down Under. SETH SENTRY, in seiner Heimat gefeierter Star, legt sein 2 Werk „Strange new Past“ vor. Er kommt fast ganz ohne die üblichen US oder BRD Beats-Muster aus, sondern lässt sich zum grossen Teil von einer ‚richtigen‘ Band unterstützen. Was sich in Harmonien und sogar Melodien(!) deutlich äussert. Den einen oder anderen Motherf.. in den Lyrics hätte er sich sparen können, aber das verlangt vielleicht die Credibility.

Die Königin der aktuellen Hip Hop Alben ist für mich AKUA NARU’s „The Miner’s Canary“. Komplexe Rhythmik, ungewöhnliche Instrumentierung und Inhalte, die über den eigenen Badewannenrand hinaus gehen. Solange solche Talente, wie sie, an die Oberfläche kommen, bleibt jede Musik lebendig.

Ähnliches gilt für SEA & AIR. Ihr „Evropi“ schrammt haarscharf aber absichtlich an ‚Schönpop fürs Radio“ vorbei, um auf eine ganz eigene Art eingängige Pop-Musik zu sein. Keine glatten Melodie-Verläufe, überraschende Brüche dazu textlich die Auseinandersetzung mit dem Thema Europa. Wie es mal gedacht war und was im Moment daraus geworden ist. Ende offen.

na dann... Tschüß!
i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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