HANNES WADER/ MARTIN KÄLBERER/ LAKE POETS/ CHANTAL ACDA/ DAPTONE GOLD 2/ NICOLE WILLIS & THE SOUL INVESTIGATORS

Live 2.10. Aula am Aasee

Auf eine Reise durch seine lange Vergangenheit nimmt uns Erstes Rot
HANNES WADER auf seiner neuen Platte „Live“ mit. Die 2 Stunden seiner aktuell bevorzugten Lieder auf Doppel CD zeigen ihn als gut trainierten Gitarren-Zupfer, als Poet und besonders als gut informierten Kommentator politischer Zusammenhänge mit eindeutiger Haltung. Nicht nur für diejenigen unter den Lesern, die diese Zeit miterlebt haben, ist dies weniger einfach eine neue CD, als vielmehr ein Dokument. Ausserdem hat m/f hier die Gelegenheit, ihn ganz und gar unbegleitet zu hören. Falls es noch Karten gibt, in der AULA AM AASEE stellt er dieses Programm am 2.10. genauso live vor.

Vor knapp einem halben Jahr hat er die CD des Duos LE BANG BANG um sein Klavierspiel ergänzt, jetzt kommt MARTIN KÄLBERER mit einer Solo Platte. Genauer gesagt 2, Doppel-CD oder –LP. Auf Hälfte 1 ‚Einklang‘ gibt es 8 überwiegend ruhige, fein empfundene, mehr oder weniger Improvisationen auf einem wunderbar warm klingenden Flügel. Auf Platte 2 ‚Vielklang‘ zeigt er seine Ausdrucksmöglichkeiten auf Instrumenten mit Metall-Zungen. Vom Fender Rhodes bis zum Hang. Das klingt zwischen düster verwunschen und mystisch. Auch hier zählt vor allem der Klang (Suono), der dem Album den Titel gab. Unbedingt erwähnenswert ist seine Version des JONI MITCHELL Klassikers ‚Both Sides now‘ die von LISA WAHLAND gesanglich veredelt wird. Musik für jeweils 45 Minuten ohne Smartphone!

Der Name legt den Schluss nahe. Die LAKE POETS kommen auf ihrem unbetitelten Album ebenfalls fast ohne Strom aus. Das Projekt besteht eigentlich nur aus Gitarrist und Sänger MARTY LONGSTAFF, renommierte Gäste halfen, seine 11 kleinen, feinfühligen Geschichten mit sehr dezenter Begleitung für die CD festzuhalten. Intensität und Dynamik, wie m/f sie auch beim frühen JOHN MARTYN findet. Dazu hält seine Fähigkeit mit Worten umzugehen, auf dem Erstling schon sehr viel, verspricht für die Zukunft noch einiges mehr.

CHANTAL ACDA, auch aktiv unter dem Projektnamen SLEEPING DOG, kommt mit einem ruhigen, entspannten, beinahe ambienten Folk-Singer/Songwriter Album um die Ecke. „The Sparkle in Your Flaws“ bezieht seine Spannung aus minimalen Melodien und Sounds im Kontrast zu ihrer Stimme. Zurückhaltende Keyboard-Klänge, Streichinstrumente, akustische Gitarre transportieren ihre formulierten Beobachtungen. Noch wichtig zu erwähnen, das Album erschien bei GLITTERHOUSE, und dort wissen sie, was sie tun!

Jetzt aber doch mal etwas Rhythmus: „DAPTONE GOLD 2“, der aktuelle Label-Sampler der weltweit anerkannten Schmiede für feinsten Retro Soul und Funk. 21 Groover von CHARLES BRADLEY über ANTIBALAS zu SAUN & STARR und natürlich SHARON JONES und den DAP-KINGS. Zum Teil Tracks von den jeweiligen Künstler-Alben, aber eben auch eine ganze Reihe Titel, die es bisher nur als Vinyl-Single gegeben hat und 2 bislang unveröffentlichte Titel. Je digitaler die Welt, desto heimeliger soll die Musik sein.

Natürlich mit Jimi Tenor

Nicht alle ihre Alben, 4 an der Zahl, wenn ich mich recht erinnere, habe ich intensiv gehört. Für „Happiness in every Style“, die neue CD von NICOLE WILLIS und ihre SOUL INVESTIGATORS, habe ich mir etwas mehr Zeit genommen. Schon in zügigeren Rhythmen kann die Band überzeugen, korrekte Bläser-Sätze, die an 70er Jahre Southern Soul erinnern, dazu die Sängerin, die sich in diesem Soundbett offensichtlich heimisch fühlt. Aber richtig unter die Haut gehen die langsamen Titel. Da zeigen NICOLE und Band ihre ganze Klasse. Kein Ton zu viel, kein Trommelwirbel, der die Linie der Sängerin stört. Weil die Zusammen so gut sind, gibt es auch eine rein instrumentale Nummer und für Fans und Sammler als Bonus Track das unbedingt tanzbare ‚Hot Sauce‘, das bisher nur als Maxi Single erhältlich war.

Ja sicher hatte Gatte JIMI TENOR hier auch seine Finger im Spiel.

na dann... Tschüß! i.m.trend@muenster.de

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

GünterGünter

Weitere Beiträge 2015