SANTANA/ BORRINA MAPAKA/ LONTALIUS/ OUZO BAZOOKA/ MASSIMO DONNO/ TILIBOO AFROBEAT/ MY BABY

Die sind für diese Seite eigentlich zu bekannt. Aber das neue(!) Album von SANTANA ist derart gut geworden, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen will. Heisst berechtigterweise „IV“, denn für diesen Anlauf haben sich die Bandmitglieder der ersten 3 Alben aus den frühen 70ern noch einmal zusammengerauft. Kurz gesagt, das Beste aus den besagten Alben aber mit komplett neuem Material und lang gespielt mit 75 Minuten, deshalb auch als Doppel LP zu finden.

BORRINA MAPAKA kennt hier wohl kaum jemand. Auf „The Forest Man“ macht er, bis auf den Trompeten- Einsatz, alles selbst. Singt in 2 Sprachen, macht Rhythmusgeräusche mit Mund und Körper, wie der junge AL JARREAU und bedient auch noch alle Instrumente. Sehr afrikanisch in Harmonie und Tempo und dem übergeordneten Zweck der Verhinderung der Abholzung /Rodung der Wälder seiner Heimat gewidmet.

Genauso wenig bekannt ist der neuseeländische Songwriter LONTALIUS. Sein „I’ll forget 17“ erinnert mich zu Beginn an die 1. Platte von THE THE, vermutlich wegen der Old School Elektronics im Hintergrund. Im Verlauf der Platte outet er sich weiter deutlich als Fan der 80er um letztendlich doch sehr nahe an ‚unabhängigen‘, aktuelleren amerikanischen Vorbildern anzudocken. Einprägsame Melodien und warmer, schmeichelnder Gesang und Kitsch freie Produktion.

Psychedelischer Rock aus Israel, gibt es den? Ja! OUZO BAZOOKA liefern auf „Simoom“ beste spät 60er / früh 70er Sounds. Zwischen zuckersüssen Melodien und heftigen Gitarrenriffs gibt es einen sehr authentischen Sänger und ich frage mich, wo die jetzt (2016) das Equipment finden für diesen Sound, den die digitale Welt schon seit den 80ern zu begraben versucht hat. Kompliment, und Grüsse an die SENSATIONAL ALEX HARVEY BAND….

Songwriter aus Italien

In Italien nennt m/f sie Cantautori. Sänger, die ihre Lieder selbst schreiben und instrumentieren. MASSIMO DONNO ist für mich Neuzugang, allerdings glaube ich kaum, dass „Partenze“ sein Erstlingswerk ist. Zu ausgereift die Kompositionen, zu ausgeklügelt die Arrangements und zu lang die Gästeliste. Er spielt akustische Gitarre, um die herum die unterschiedliche Begleitung drapiert wird. Schöne Stimme, etwas weniger Jazz als PAOLO CONTO, etwas weniger Drama als LUCIO DALLA. Und etwas Tradition scheint auch noch durch.

Afro Klänge aus Berlin

TILIBOO AFROBEAT sind in Berlin ansässig und spielen, wie der Name vermuten lässt Afro Beat. Mit 7 Mann, weniger geht für diesen Sound kaum, huldigen sie dem Erbe FELAs. Nicht so radikal, wie der Erfinder, dafür mit einigen zusätzlichen Farben aus der Wiege der Menschheit aufgefrischt, bieten TILIBOO auf 9 Titeln tempo- und abwechslungsreiche Songs, die nicht nur für den Zweck des sich dazu Bewegens bestens geeignet sind.

Weltoffener Country Blues aus NL

Besuchern der MUSIK-aPOTHEKE sind sie längst geläufig, jetzt kommt die CD von MY BABY ganz offiziell in Deutschland auf den Markt. Das niederländische Geschwisterpaar plus Freund Trio legt mit „Shamanaid“ ein fulminantes Debüt vor. Basierend auf Country und Blues Elementen mit gekonnt und viel eingesetzter Slide Gitarre, mischen sie geradlinige Housebeats, Dub-Effekte und allerlei andere Rhythmus- und Klangvariationen von Funk und Soul zu afrikanischen Motiven unter die dazu hervorragend passende Stimme der Sängerin. Ganz sparsam in der Instrumentierung, dafür mit ganz viel Herz, Mut und überraschenden Ideen vorgetragen. Toll! na dann...

Tschüß!

i.m.trend@muenster.de

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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