BLAUDZUN/ SVÄNG/ THE SOULFUL SIDE OF GME & MUSETTE RECORDS/ DAPAYK & PADBERG/ SHALOSH/ AWA LY

Im vergangenen Herbst legte BLAUDZUN mit „Jupiter“ den ersten Teil seiner angekündigten Trilogie vor. Am 3. März kommt schon die Fortsetzung. Seine eigenwillige Art Harmonien auszuarbeiten, raue Gitarrensounds im Wechsel mit fast lyrischen Passagen zu kombinieren, machen den Konsum seiner Musik nicht leicht, wer ein Ohr hat für zwar durchaus poppige, aber auch sperrige Rhythmen und Sounds, hat hier eine grosse Fundgrube.

Die verrückten Finnen

Da sind sie wieder, die verrückten Finnen mit den wahnwitzigen Mund-Harmonikas. Ich hatte schon befürchtet, die gäbe es nur noch Live. Für ihren aktuellen „Hauptbahnhof“ haben SVÄNG 16 neue Titel für die gemeinsame musikalische Ausrüstung arrangiert. Kann ich nicht immer hören, aber es gibt Tage und Stimmungen, da gibt es nichts Besseres.

Zum nächsten wirklich ausgefallenen Sound. Bei TRAMP Records gibt es wieder neuen ‚Northern‘-Stoff. Auf „THE SOULFUL SIDE OF GME & MUSETTE RECORDS“ finden sich 15 Tracks der genannten Labels von der amerikanischen Westküste, die es zum 1. Mal offiziell auf CD gibt. Die Namen wird selbst der und die ausgebuffte Fan nicht sofort wechseln können, zumal das Label nur Kleinstauflagen der Singles fertigen liess und für Marketing etc. gar kein Geld hatte. Nichtsdestotrotz: sauber produzierter 60ies Rhythm and Blues basierter Soul, klasse Sänger und Sängerinnen und erstklassige Band- und Bläserarbeit.

DAPAYK & PADBERG sind auf dieser Seite schon häufiger aufgeschlagen. Die gehen den Weg rückwärts. Gestartet als eher technoides Dancefloor-/ DJ Projekt, wurden sie schon mit dem letzten Album deutlich langsamer. „Harbour“ setzt diesen Weg fort. Mit maximal 110 BPM oder weniger und düsteren Bassklängen klingen sie jetzt deutlich nach Trip Hop. Ambiente Klänge, synthetische Sounds und dazu die ätherische Stimme geben diesem Werk eine sehr stimmige Atmosphäre.

Fulminant zwischen Jazz und Pop

Eine ganz und gar ungewöhnliche Trio-Jazz-Platte liefern die 3 Herren von SHALOSH ab. „Rules of Opression“ ist ihr 2. Werk und strotzt nur so von Power, Spielfreude und Ideen-Reichtum. Vom lyrischen (fast) Trauermarsch über freie Improvisationen zu ausgesprochen spannenden Variationen populärer Songs (grandiose Variante von Lana Del Rey’s ‚Video Games‘). Ob in der kleinen Trio Besetzungen oder unterstützt und getragen von einem siebenköpfigen Streichersatz. Spannend, interessant und sogar sehr eingängig. Bitte selbst überzeugen! Wahlweise samstags in der MUSIK-aPOTHEKE oder auch am 18.3. in der Schnabulenz (Geiststrasse).

Besondere Stimme zu besonderer Musik

Jetzt zu meinem ‚Liebling‘ der Woche. AWA LY heisst / nennt sich die junge Dame und „Five and a Feather“ kann, so wie es klingt, eigentlich nicht ihr Erstwerk sein. 10 Titel in der Grauzone zwischen Soul mit jazzigem Gesang, Harmonien und Texten, wie sie mir aus dem Bereich World Music vertraut sind, etwas Chanson und ganz vielen Geschichten. Sehr warm und behutsam produziert mit überwiegend konventionellem Instrumentarium und abgerundet durch die Teilnahme zumindest in Frankreich sehr bekannter Musiker unterschiedlichster musikalischer Herkunft (Greg Cohen, Ballaké Sissoko, Faada Freddy..).Ob gesäuselter Lovesong und lässiger Swing. Sie findet für die jeweilige Stimmung des Songs den richtigen Ausdruck.

Reinhören & Verlieben
samstags von 11-15.00 Uhr:
Günter’s MUSIK-aPOTHEKE
Breite Gasse 1

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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