EPHEMERALS/ ELEONOR/ ITALIAN PLAYGROUND/ VINTAGE ITALIA/ HAZ’ART TRIO/ THOMAS SIFFLING/ GARDENER OF DELIGHT/ LITTLE HURRICANE

Für die abonnierten Besucher des Gleis 22 ist der Hinweis nicht nötig. Für die anderen: Am 29.4. gibt’s dort das Konzert mit der britischen Soul Combo EPHEMERALS. Die stellen ihr neues Album „Egg Tooth“ vor und haben ihren R’n’B (Old School!) Sound um Jazz, Afro Beat und Psychedelisches erweitert, sagt der Pressetext, hören werde ich erst morgen (21.4.), dann kommt das Album in die Läden. Mit sieben Mann an Bord kann m/f schon was anstellen!

Jetzt wieder ganz viel Musik und wenig Text. ELEONOR habe ich vor längerer Zeit mit ihrem Album in lateinischer (!) Sprache schon mal vorgeschlagen. Auch für ihre aktuelle CD „Vive“ hat sie in der Vergangenheit gestöbert. Neben aktuellen Kompositionen (aus diesem Jahrhundert) verwendet sie Werke die bis zurück ins 1. Jahrhundert vor Christus reichen. Gut, dass sich Noten so lange halten. Spass, es geht um die Texte, die sie mit weicher Stimme zu interessanten Harmonien und Arrangements vorträgt. Etwas verspielter als Enya, nicht so folky, wie Loreena.

2 Neuheiten bei PUTUMAYO: Der „ITALIAN PLAYGROUND“ mit leichten Melodien und klaren Rhythmen, soll und kann auch sehr junge Erdbewohner begeistern und bei „VINTAGE ITALIA“ ist der Titel Programm. Wobei sich das ‚Vintage‘ mehr auf die Songs bezieht, die Interpretationen sind durchaus auch jüngeren Datums, aber eben nicht irgendwie modisch bearbeitet. Da scheint die Sonne aus den Lautsprechern. Werde ich meinem Lieblings-Italiener für die Dauer-Beschallung stiften!

World Music? Jazz? Fein!

Die Musik des Oud-Spielers Anouar Brahem hat zu Recht viele Jazz Freunde begeistert. Wer von diesem Instrument (der Vorläufer der uns bekannten Gitarre, ca.) mehr hören möchte, sollte nicht an der CD des HAZ’ART TRIO’s (Oud, Bass, Drums) vorbeiblättern. Eine sehr gelungene Mischung aus morgenländischen Klängen und abendländischer Improvisationskunst. Von komplexen Rhythmen zu beinahe mitsummbaren Melodien. „Infinite Chase“ wirkt bei alledem sehr entspannt, mit genügend Luft für Töne und Schwingungen.

Absolut im ‚Flow‘

Und dann war da noch THOMAS SIFFLING. Produzent, Herausgeber und Labelbetreiber von JAZZNARTS Records. Ach ja, und Trompeter. Mit einem sehr feinen Ton. Nach 15 Jahren im Trio hat er die Band gewechselt, kommt mit Quintett und Electronics daher. Und schickt die HörerInnen mit 5 überlangen Tracks auf eine Reise in ihrem Kopf. Weich, wohlklingend, mit erkennbaren Grooves und nachvollziehbaren Harmonien. Dabei keineswegs glatt und beliebig, unter der fliessenden Oberfläche brodelt es zwischendurch immer mal wieder erkennbar. Die Erweiterung der Combo um Rhodes Piano und elektronische Hilfsmittel hat offenbar auch seine Spielweise für neue Modelle geöffnet. Ist deutlich Jazz, aber ebenso gut geeignet für auf diesem Sektor nicht geübte Zeitgenossen. „Flow“, so der Titel, den er kaum besser hätte wählen können.

Für die Freunde des Electro-Swing hat der Gärtner der Lüste, GARDENER OF DELIGHT ein neues Programm auf CD aufgelegt. „Beat me with a Flower“ groovt über 12 Titel von Bearbeitungen des Club des Belugas und des Bahama Soul Club zu den Mills Brothers mit Louis Armstrong. Allerfeinstes für die Lackschuhe und oder die Cocktail-Bar. Natürlich bei ChinChin.

Der Name ist Programm.

Zum Schluss auch noch was ohne Jazz und mit Gitarre. LITTLE HURRICANE ist als Bandname beinahe eine Untertreibung. Mit Schlagzeug, Gesang und Gitarre, wie weiland die White Stripes, arbeiten sich die beiden durch ein buntes Programm. Sie spielen ihn nicht explizit, aber das Blues-Feeling ist allgegenwärtig. Ob bei straighten Rockern mit lauten Riffs oder bei der einen oder anderen (beinahe) Ballade. Da drückt dann schon mal jemand elektrische Klavier-Tasten oder eine Rhythmus-Maschine scheppert im Hintergrund. „Same Sun Same Moon“ ist einprägsam, vorwärts, durchaus in Tradition aber eben doch etwas frischer in allem, als die meisten.

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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