MÜNSTER MUSIC DAYS/.. JULIAN LAGE/ AGGLO/ BRAD MEHLDAU/ ANTHONY STRONG/ POTSCH POTSCHKA

Heute Abend (15.3.) geht’s los: Die MÜNSTER MUSIC DAYS in der Konzerthalle CLOUD auf dem Germania Campus. Zum Start Martin Tingvall allein am Klavier. Am Freitag, (16.3.). das Doppelkonzert von Jan Löchel mit Begleitung und anschliessend Tokunbo, Sängerin aus Berlin, mit ihrer Band. Der Samstag (17.3.) bringt Jasmin Tabatabai, begleitet vom David Klein Quartett, und den Sonntag (18.3.) bestreitet die klassisch besetzte Combo TRIOSENCE (p,b,dr) mit ihrem wohlklingenden Programm aus moderner Musik Auffassung und offenen Ohren. Mehr Info unter SOUNDLAKECITY.DE, Tickets unter www.muenster-ticket.de.

Rock Jazz mit Gitarre

Dazu passend bietet diese Seite in dieser Woche etwas mehr Jazz. JULIAN LAGE heisst der Mann und spielt auf der elektrischen Gitarre Rock Jazz. Gibt’s doch schon, könnte m/f sagen. Stimmt. Begleitet von Bass und Schlagzeug schafft er es, trotz diverser Vorgänger in dieser Branche, einen ungewöhnlichen Ansatz mit seinem „Modern Lore“ umzusetzen. Das ‚Lore‘ im Titel ist wohl der Rest von ‚Folklore‘, denn in seinen sehr zeitgemäss intonierten Titeln finden sich immer wieder dezente und auch auffällige Strukturen und Harmonie-Verläufe, die diesen Schluss zulassen. Er erschafft individuelle Klänge, bedient sich schon mal beim Blues und lässt nur ganz selten die Finger flitzen. Lieber löst er die Akkorde säuberlich auf und bleibt dabei am liebsten im mittleren Tempo.

Erheblich experimenteller gehen AGGLO zu Werke. Auch ‚nur‘ ein Dreier, mit p,b, und Drums. Dazu allerdings ein ganzer Satz elektronischer Hilfsmittel, die den erwarteten Trio-Sound erheblich verändern. Entsprechend finden sich sowohl ziemlich gerade Beats, als auch beinahe atonale, freie Improvisationen. Raffiniert arrangiert, dynamisch und konzentriert umgesetzt und keine Angst vor erkennbar maschinellen Sounds. „Me & Mobi“ ist Agglo’s Version, das pulsierende grossstädtische Leben in Rhythmus und Töne zu fassen.

Komposition und Improvisation

Die nächste befindet sich weit jenseits meiner musiktheoretischen Grenzen. BRAD MEHLDAU’s „After Bach“ ist seine Verbeugung vor den handwerklichen und kompositorischen Qualitäten des Johann Sebastian. 5 Stücke aus dem Zyklus ‚Das wohltemperierte Klavier‘ präsentiert er zunächst ‚vom Blatt‘, um daran anschliessend ganz im Geiste des Improvisators Bach auf deren Grundlage etwas Neues, Eigenständiges zu schaffen. Liest sich komplex, ist es auch, und kann trotzdem jeden Freund/Freundin inspirierter Klaviermusik mühelos in seinen Bann ziehen. „After Bach“ muss m/f nicht unbedingt verstehen, um es zu geniessen.

Hot Jazz Club 18.3.!

Ein Termin für Freunde des jazzigen Gesangs. Wer sich am 16. Und 17. Von der weiblichen Abteilung hat ‚anfixen‘ lassen, kann sich am 18. Im Hot Jazz Club von der männliche Variante begeistert werden. ANTHONY STRONG ist mit dem Programm seiner 2. CD „On a clear Day“ unterwegs. Vermutlich wird er nicht die ganz grosse Band, die an der Platte beteiligt ist, dabei haben, aber auch in kleinerer Besetzung wird seine Mischung aus Standards der alten Schule und Favoriten aus der Welt des Pop ordentlich Wirkung hinterlassen. Neben seiner frischen Art, diese Titel zu intonieren, spielt er auch noch sehr nennenswert Klavier. Zwischen Cole Porter und Irving Berlin Songs wirken Titel von Stevie Wonder oder Bill Withers auch schon wie echte Klassiker.

Zum Finale ein Deja vu. Der Titel ist natürlich auch drauf auf POTSCH POTSCHKA „Spielt Spliff“. Zwischen 2005 und 2017 bei passenden Gelegenheiten neu aufgenommene Varianten seiner Lieblinge aus dem Spliff Repertoire. Mit fetterer Gitarre und strammer Band, heftiger als bei den Originalen, jedoch ohne diese in ihrem Charakter zu verbiegen. Beste Grüsse aus den 80ern.

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch