J.P. HARRIS/ KAIA KATER/ PUTBACKS/ SIMONE KOPMAJER/ EL MURO TANGO/ DUN SPENCER & TRANCE HILL

Die grosse Bandbreite aktueller Country-Music bedient J.P. HARRIS auf seinem „Sometimes Dogs bark at nothing“. Vom rockenden Trucker Sound über Honky Tonk zu Songs/Balladen, die den jungen Kristofferson an meinem geistigen Auge vorbei ziehen lassen. Von realen Problemen zu romantischen Anwandlungen klingen er und seine Band dabei immer authentisch.

Eine ganz ruhige Singer/Songwriter Platte ist KAIA KATER‘s „Grenades“ geworden. Behutsam instrumentiert, mit klarer Stimmen gesungen arbeitet sie sich in den Texten an ihren multi-kulturellen Erfahrungen ab. In Kanada geboren, als Kind von Einwanderern aus Grenada, scheint die Karibik gelegentlich durch, mehr allerdings ihre politische Botschaft. Mit illustriertem, vielseitigem Booklet etc., der hohe Standard bei Smithsonian Folkways.

Die australischen PUTBACKS huldigen auf ihrem ersten Longplayer ihren grossen Vorbildern, den MGs, der Rhythmus-Gruppe hinter Booker T oder den Meters aus N.O. Allerdings verbreiten sie dabei nicht den Sound vergangener Tage, sondern mischen in und zwischen die trockenen Funk Grooves psychedelische Elemente, etwas Twang-Guitar, sogar einen Vokal-Titel, gesungen vom Rapper Bilal und allerlei weitere spacige Sounds. Und fassen sich dabei eher kurz, 16 Titel in 42 Minuten..

Eleganter Vokal-Swing für Feiertage…

Eine sehr elegant swingende und wunderbar gesungene Jazz Platte legt SIMONE KOPMAJER mit „Spotlight on Jazz“ vor. Mit ihrem stark besetzten Quintett wagt sie sich an einige Klassiker des Genres (Pennies from Heaven, Stompin‘ at the Savoy..), die sie mit samtener, warmer Stimme und raffinierter Begleitung in ein zeitgemässes Gewand hüllt und streut zu mehr als der Hälfte eigenes oder von Band-Mitgliedern Komponiertes ein, das den hohen Standard mühelos hält. Melodische Soli von Sax, Gitarre und Piano runden den mehr als positiven Gesamteindruck ihrer neuen CD (auch LP) ab.

…und echter Tango

Eine neue Tango-Platte ohne elektronische Beats! Die argentinisch-norwegische Band EL MURO TANGO hält sich strikt an die Vorgabe des Titels „Nostalgico“. Sie spielen Tango, aus der Tradition, mit Herz und Seele in die heutige Zeit gerettet. Ausgesuchte emotionale Achterbahn-Fahrten aus den letzten 80 Jahren, ergänzt mit dem Sänger und Gitarristen JUAN VILLAREAL lassen die Vergangenheit aufleben und zeigen einmal mehr, dass es Musik gibt, die niemals alt wird

Kein Gesang, dafür fetter Groove

Eric tat es, Bob Dylan tat es, sogar Dr. Ring Ding tat es, so let’s do it, let’s fall in Love! Unbedingt. Neben Richie’s (Dr. Ring Ding) Weihnachtsplatte aus 2015 (‚Once a year‘) gibt es endlich ein weiteres Festtags-Menu für die Ohren und die fliegende Wiederholung an den Feiertagen. DUB SPENCER & TRANCE HILL, die schon seit einigen Jahren u.a. mit exzellent umgearbeiteten Cover-Versionen Furore machen, kümmern sich auf „Christmas in Dub“ um 12 allseits bekannte Weihnachts-Klassiker und lassen denen ihre spezielle Vorstellung von Dub angedeihen. Ganz ohne Gesang, gibt es die Wieder-Erkennungs-Chancen nur bei genauem Zuhören. Die Melodie-Instrumente (Gitarre, Keyboard, Melodica) streuen Bröckchen der ehemaligen Gesangs-Spur ein und der Hintergrund-Beat rollt unaufhaltsam. Beeilen, es gibt davon nur 999 Stück auf CD! Und das alles in dem Jahr, in dem die Reggae Musik von der UNESCO in das immaterielle Kulturerbe der Menschheit aufgenommen wurde.

Das war das 25. Jahr des Ohrenschmauch. Dafür danke ich meinen Auftraggebern Uli und Arno und wünsche ihnen und allen treuen oder zufälligen LeserInnen fett groovende Festtage und einen motivierenden Übergang ins neue Jahr. Bleibt gesund!

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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