WILDES HOLZ/ MARIE & JEAN-CLAUDE SEFERIAN/ /RUBEN BLADES/ ´DESIREE SAARELA & MARIA KALANIEMI/ NICOLA CRUZ/ PUBLIC OPINION AFRO ORCHESTRA

Hier fällt es mir schwer, mich kurz zu fassen. Die Doppel-CD von WILDES HOLZ „Mit…“ ist mit so vielen illustren Gästen bestückt, dass allein deren Aufzählung die halbe Seite füllen würde. Ähnlich unserer Zucchini Sistaz (die sogar mehrfach dabei sind) lebt die Musik von Wildes Holz von Adaptionen populärer Themen aus Jazz, Klassik, Folklore und eigenen Werken, individuell für die Besetzung mit Bass, Gitarre und Blasinstrument angepasst. Zur Feier des 20 jährigen Bestehens haben sie bereits vor 2 Jahren angefangen, mit musikalischen Gästen, die sie im Laufe ihrer Karriere kennen und schätzen gelernt haben, Aufnahmen zu machen. Nach dem überraschenden Tod des Gitarristen in 2018 ist das Werk jetzt fertig geworden. Sowohl als Hommage an den langjährigen Mitstreiter, als auch als Benefiz-Album für dessen Hinterbliebene. So gibt es auf den beiden CDs eine wirklich bunte Mischung von Musik und Stilen, wie sich an der Teilnehmerliste (u.a. Stoppok, Joscho Stephan, Helmut Eisel, Djamil Laroussi) leicht ablesen lässt.

Wiederhören macht Freude!

„Un Homme et une Femme“. Sie haben es getan. Vater und Tochter SEFERIAN, JEAN-CLAUDE und MARIE haben zusammen eine CD aufgenommen. Er, eher Chansonnier alter Schule, sie auch auf der Bühne des Jazz zu hause, singen 15 wohl ausgesuchte Filmmusik-Themen gemeinsam. Für komplett akustische Begleitung inkl. Streicher und natürlich Akkordeon äusserst geschmackvoll arrangiert und entsprechend mit Herz und ‚französischem Touch‘ gesungen. Ein gelungenes Wiederhören von Melodien, die besonders den Älteren unter uns immer noch sehr vertraut sind.

Radikal schön.

Ein ganz besonderes Wiederhören gab es im November 2014. Das JAZZ AT LINCOLN CENTER ORCHESTRA mit WYNTON MARSALIS hatte sich als besonderen Gast RUBEN BLADES eingeladen. Der Sänger, Komponist, Schauspieler, bereits mit 9 Grammys geehrt, bringt dazu noch ein paar ‚Latin Spezialisten‘ mit und lässt seinen immer noch unverwechselbaren Gesang unterstützt vom L.C. Orchester durch sowohl Salsa Nummern als auch Swing Standards tragen. Die exzellenten Arrangements des Bassisten Carlos Henriquez lassen die Welten des Big Band Jazz und der Salsa absolut organisch verschmelzen und trotz des renommierten Sängers kommen die Instrumentalisten nicht zu kurz. Big Band und Salsa Fans können sich über „Una Noche con..“ freuen, auch wenn sie erst 4 Jahre nach der Aufnahme zu hören ist.

Neues aus dem Norden. DESIREE SAARELA & MARIA KALANIEMI haben mit „Mod“ eine sehr intime Singe/Songwriter CD herausgegeben. Songs und Texte von Gitarristin Desiree, Arrangements und Akkordeon von Maria. Eingebettet in Melodien nordischer / finnischer Tradition mit leichten Einflüssen westeuropäischer / amerikanischer Liedermacher-Kunst zeigen sie, dass auch mit minimalen Mitteln ergreifend schöne Musik geschaffen werden kann.

World House?

In der aktuellen Clubmusik bin ich nicht mehr so im Bilde. Das was NICOLA CRUZ für sein aktuelles Werk „Siku“ zusammengebastelt hat, ist auf jeden Fall besonders. Klar, gerade und flotte Beats braucht es zum Tanzen, er verwendet jedoch anstelle der üblichen Kickdrum einen raffinierten rhythmischen Klangteppich lässt den Synthi dezent die Illusion von Pan-Flöte vermitteln und rundet das Bild mit klaren und nachvollziehbaren Harmonien ab. Von Latin Rhythmen bis zu eher asiatischen Klängen verbindet er unterschiedlichste musikalische Kulturen unseres Planeten. World-House?

Voll in der Tradition jedoch angereichert mit einigen Modernismen bewegt sich das PUBLIC OPINION AFRO ORCHESTRA auf den Spuren von Fela Kuti. Die 17 Personen starke Truppe hält die Fahne der die Welt bewegenden Musik des Nigeria der 70er Jahre hoch. Lange Jams, hypnotische Beats, Improvisation und politischer Kommentar bestimmen die 5 Titel von „Naming & Blaming“. Und das auf der anderen Seite der Welt, in Australien. Musik kennt eben keine Grenzen.

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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