ÄRZTE/ DONALD FAGEN/ STEELY DAN/ HAKON KORNSTAD/ EIVIND AARSET/ ERROLL GARNER/ FELICE BROTHERS/ SPENCER CULLUM COIN COLLECTION

Den Fanblock mit grossen Worten zu erweitern ist hier nicht nötig. Die ÄRZTE haben schon wieder ein neues Werk fertig. Heisst „Dunkel“ und gibt’s auf CD und 2LP.

2 für die Statistik: DONALD FAGEN’s „Nightfly“ kommt als Live Version sowie STEELY DAN ’s „Northeast Corridor“, ebenfalls Live, am 24. als CD und 1 Woche später auf Vinyl.

Hakon Kornstad Trio – Kunstlied trifft Improvisation

Mindestens seit ‚Play Bach‘ gibt es Versuche, Jazz mit Klassik zu verbinden, HAKON KORNSTAD verfolgt jedoch einen bislang einmaligen Ansatz. Schon auf seiner ‚Tenor Battle‘ vor mehr als 5 Jahren zeigte sich der gefeierte Saxofonist gleichzeitig als klassisch ausgebildeter Opernsänger, der in ungewöhnlicher Band-Besetzung ausgewählte Titel klassischer Komponisten intim und emotional sowohl stimmlich korrekt als auch improvisierend auf dem Saxofon vortrug. Für den 2. Studio-Anlauf, „For You alone“ tritt er im Trio mit Frode Haltli am Akkordeon und Mats Eilertsen am Kontrabass an. Alte Arien und Kunstlieder von u.a. Webern, Mascagni, Mahler, Strauss interpretieren diese drei ohne jeden Show-Effekt, so, als wäre es das normalste auf der Welt, diese Werke im vorgegebenen Tempo mit Gesang und Improvisation, nicht nur auf dem Saxofon, aufzuführen. Dezent, nicht brav; innovativ nicht aufgeregt, ernsthaft, jedoch nicht ohne Humor und überaus stimmungsvoll. Meine Schönheit der Woche.

Eivind Aarset – Fantastische Reise

So deutlich strukturiert habe ich keines von EIVIND AARSET ’s Alben in Erinnerung. Im Quartett mit 2 Drummern, Bass plus Trompeter Arve Henriksen und John Derek Bishop (aka Tortusa), Spezialist für Samples, als Gäste zeigt er auf „Phantasmagoria or a different Kind of Journey“ seine aktuelle Vorstellung von Jazz-Rock. Sphärische Kompositionen mit unterschwellig grummelndem Groove, seine sehr spezielle Gitarren-Arbeit, die in diesem Fall gelegentlich sogar mal konventionell klingt und die komplexe Rhythmus-Arbeit der Kollegen halten auch bei ruhigem Fluss der Klänge die Spannung hoch. M/F kann nie sicher sagen, ob hinter dem klanglich vermuteten Sonnenaufgang nicht ein heftiges Gewitter wartet. Wie sagte FZ? ‚Jazz is not dead, it just sounds fun‘. Sehr frei wiedergegeben.

Eben, und nicht nur deshalb freue ich mich, dass zum 100. Geburtstag von ERROLL GARNER ein weiteres, bisher unveröffentlichtes Konzert (nach dem Amsterdamer ‚Night Concert‘ von 2018) in die Regale kommt. Das Boston „Symphony Hall Concert“ aus 1959 zeigt ihn und sein Trio in glänzender Spiellaune. Rhythmus, Melodie, Improvisation, alles fliesst unmerklich zusammen, die hier enthaltene Version seines ‚Überhits‘ ‚Misty‘ stellt sämtliche seiner, besonders aber die Varianten andere Künstler, in den Schatten.

Felice Brothers – Schwungvoller denn je

„From Dreams to Dust“ ist der Titel des neuen Albums der FELICE BROTHERS . Schwungvoller als ich mich an sie erinnere, mit ausgesprochen vielseitigen Songs zwischen Songwriter, Country und Weltschmerz ohne Verzweiflung. Pedal Steel Gitarre, Bläser und die trockene, unaufdringliche Produktion von Connor Oberst schaffen die Verbindung von der Tradition zur Moderne.

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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