NILS LANDGREN/ RAY ANDERSON POCKET BRASS BAND/ ELENA MINDRU/ JOE TROOP/ GUY BUTTERY/ TARAB TRIO/ AYOUB HOUMANNA

Nils Landgren – Nils allein zu haus..

Kein ‚Inside the great Pyramid‘, kein unterirdischer, trockener Wasserspeicher und auch keine Begleitmusiker, NILS LANDGREN spielt ganz allein. Nur sein Instrument im Wohlklang einer Kirche. Alte Kinderlieder, Kirchenlieder plus Cat Stevens‘ ‚Morning has broken‘ und 2 Standards von Duke Ellington füllen sein „Nature Boy“. Sein runder Ton und seine äusserst disziplinierte Spielweise harmonieren perfekt mit dem Hall der Kirche, sodass seine Posaunen-Töne, wie er selbst findet, schwerelos durch Raum und Zeit schweben. LP erst im November.

Einen komplett anderen Ansatz verfolgt die RAY ANDERSON POCKET BRASS BAND . Mit Posaune, Trompete, Sousafon und Drumset ‚marschiert‘ das Quartett, beginnend mit allerlei Geräuschen, langsam aber sicher in Richtung New Orleans. Improvisierend mit 4 Stimmen, die niemals den Kontakt verlieren, auf dem Groove des Sousafons und dabei immer den Blues im Herzen tragend, tanzt diese Mini-Marching Band durch das Live aufgenommene Programm von „Come in“. Magie in Musik.

Kein ‚Wohlfühl Jazz‘ mit Sängerin findet sich auf „Hope“, dem 4. Album der finnischen Sängerin ELENA MINDRU . Mit ihrem Quartett aus p,b,dr und Violine lotet sie Möglichkeiten aus, Stimme und Instrumente gleichberechtigt durch komplexe Kompositionen zu führen. Von fast frei intonierten Passagen über rhythmische Songs zu sphärisch schönen Klängen und Balladen reicht die Bandbreite, an der Violinist Adam Baldych tragenden Anteil hat.

JOE TROOP steht mit seinem „Borrowed Time“ ganz in der Tradition der US Folk- und Protestsänger. Mit Banjo, Stimme und variabler Combo-Grösse trägt er seine Sicht des Umgangs der Menschen untereinander und dem Planeten, auf dem sie leben vor. Eingänge Melodien unter kritischen Worten, zum Teil auf Spanisch.

Guy Buttery – Intuitives Zusammenspiel

Zu meinem Dauerthema World Music. GUY BUTTERY , Mohd. Amjad Khan und Mudassir Khan improvisieren indische Motive auf Gitarre, Sanrangi und Tabla. Spontane Interpretationen dreier ‚Master Musicians‘, denen ausser dem feinen Gespür für das Spiel der Partner auch die Liebe zu den musikalischen Quellen des Subkontinents gemein ist. Spontan, Live und in einem Zug aufgenommen; keine Proben, keine Ergänzungen, eben „One Morning in Gurgaon“.

Das TARAB TRIO geht bei „Aman hey Aman“ auf eine Phantasiereise in den Orient, entlang der Route, auf der 2 der Musiker nach Deutschland kamen. Mit Saz, Tambur und Harfe arrangiert es instrumentale und gesungene Volksweisen. Lieder über Liebe, Kampf und Freiheit nahe an der Tradition, so wie sie vermutlich in den Ursprungs-Regionen heute auch gespielt würden.

Ayoub Houmann – Berber Pop!

AYOUB HOUMANNA klingt auf seinem „Berber Colors“ keineswegs nach dem ‚Wüsten-Rock‘ wie er seit Tinariwen auch hier populär ist. Er ging 2014 auf einen Road Trip um die Welt und hat für dieses Werk seine Inspirationen der Reise in Pop-Musik verwandelt. Dann und wann klingt seine Heimat an, er singt in seinem Dialekt und Englisch, es überwiegen aber internationale Töne. Von Singer/Songwriter mit Band über eingängige Popsongs, Reggae Beats zu polnischen, wo das Album eingespielt wurde, Folk-Motiven, bringt er seine musikalische Herkunft mit den Klängen seiner aktuellen Heimat zusammen. Das klingt deutlich runder, als es sich liest.

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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