Von Günter

FEARLESS TRIO/ A SUD DI BELLACIAO/ ANDY SHAUF/ CHRISTY DORAN/ ISLANDMAN/ BATILA

Weiter geht’s! Die Welt bleibt nicht stehen und hier ist kein Platz für ‚meine Band ist besser als Deine‘ oder weisen Rückblick.

Frei nach dem Motto ‚vorwärts immer..‘ beginnt das Jahr auf dieser Seite mit dem FEARLESS TRIO. Wie der Name vermuten lässt, haben diese drei Herren an Sax, J. Ludwig, Drums, F. Arends und Piano, S. Nabatov, keine Angst vor rhythmischen Entgleisungen oder zerbrechenden Harmonien. Sowohl freie Improvisation als auch durchkomponiertes Zusammenspiel formieren sie zu ihrem stimmigen Gesamtklang. „Choose Your Way“ ist nix fürs nebenbei Hören, deshalb sicher nur im Fachhandel zu finden.

Bellaciao – Tradition, zeitgemäss

Für den zweiten Teil ihres Projekts findet sich unter dem Thema „ A SUD DI BELLACIAO“ ein vielstimmiges Ensemble aus SängerInnen und InstrumentalistInnen zusammen und beleuchtet auf dieser CD vorwiegend traditionelle Lieder aus dem Süden Italiens. Die mir bekanntesten Namen sind die Sängerin Elena Ledda und der Akkordeonist Ricardo Tesi. Dazu gesellen sich in wechselnden Besetzungen 17(!) weitere MusikantInnen, die mit passendem akustischen Instrumentarium mit diesem bunten Mix aus Überlieferung in zeitgemässen Arrangements die Sehnsucht auf etwas mehr Sonne befeuern. Eine klasse Version des alten Partisanen-Lieds ist natürlich auch drauf.

Hat etwas gedauert, bis sich das Label motivieren liess, die 9 ‚Demos‘, die ANDY SHAUF bereits 2018 komplett im Alleingang und ohne nachträgliche Bearbeitung aufgenommen hat zu veröffentlichen. „Wilds“ zeigt den Songwriter so pur, unverfälscht, wie es überhaupt vorstellbar ist. Bass, Drums, Gitarre, Gesang, eigentlich ‚nur‘ Vorlage für Studio-Sessions, mit einfachen Mitteln aufgenommen, vielleicht gerade deshalb echt und überzeugend.

Das ist mal ein anderer Ansatz. Die Schweizer Gitarren-Legende CHRISTY DORAN komponierte für sein Solo-Album „Aerosols“ 5 Titel nach Eindrücken der Bilder von Stefan Banz, andersherum malte der Künstler 5 Bilder nach Titeln des Gitarristen. Brav gezupft wird hier nicht, Herr Doran lässt seiner jahrzehntelangen Übung und Erfahrung im unorthodoxen Spiel freien Lauf.

Islandman – Zack – Strand!

Etwas aus der Zeit gefallen, aber wunderbar entspannend. Tolga Böyük alias ISLANDMAN verbindet auf seiner „Godless Ceremony“ den chilligen Sound des Labels Music for Dreams mit heimischen Instrumenten, leicht psychedelischen Klängen und den soften Housebeats Ibizas. Fast ohne die ‚üblichen‘ programmierten Beats dominieren authentische Instrumente, wie Gitarren, ‚richtige‘ Drums und Perkussion. Eine wohltuend warm klingende Reiseaufforderung in die Welt der eigenen Gedanken, zu der m/f bei Bedarf sogar tanzen kann. Unbedingte Empfehlung gegen Budenkoller, schon nach wenigen Takten befindet m/f sich am warmen Strand.

Batila – Meine Schönheit der Woche

Wohl die wenigsten unter den LeserInnen wissen mit dem Begriff ‚Bantu Soul‘ etwas anzufangen. Ich auch nicht! BATILA und seine MitstreiterInnen geben uns auf „Tataman“ eine rundum gelungene Einführung. Aufgenommen in Berlin und Kinshasa mischen die wechselnden Besetzungen kongolesische Rhythmik und Saiten-Akrobatik mit vielhändiger Perkussion und kontinentalen Musizierformen. Die Themen drehen sich vorwiegend ernsthaft um schwarze Identität und werden zum Teil in Englisch gesungen. Melodiöse Gitarren-Harmonien, seelenvoller Gesang, dazu kurze Ausflüge in Reggae und Blues, das wird also etikettiert mit Bantu Soul. Gern mehr davon! Meine Schönheit der Woche.

Archivtexte Ohrenschmauch

GünterGünter

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