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SAPPORO MEETS JANOSCH/ MARTIN KÄLBERER/ MATILDE CID/ IAN FISHER

Sapporo meets Janosch – Liebevoll verpackte Hommage

Der und die durchschnittliche LeserIn dieser Seite hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Kinder im Janosch Geschichten Vorlesealter. Eher Enkel.. Trotzdem, die Idee ist charmant und die Ausführung mehr als erwähnenswert. Mit „SAPPORO MEETS JANOSCH“ erscheint eine Neuauflage eines längst vergriffenen Werks dieses humor- und fantasievollen Autors im CD Format. Ergänzt um Zeichnungen (Kritzeleien) des Gitarristen Christian Eckert, dessen frühes Lieblingsbuch die Geschichte ‚Flieg Vogel flieg‘ war, und dessen kleiner Tochter. Natürlich eine typische Janosch Geschichte, nicht nur für kleine Leute. Und im CD Format, weil eben auch eine CD an Bord ist. 17 Ausflüge in die Fantasie des Gitarristen und seiner BegleiterInnen in die Welt eher abstrakten Pops oder, wenn m/f so will, in leichte Downbeat-Jazz-Gefilde. Die wiederum sind gespickt mit gesampelten Stimmen und Gesang. Sparsame, langsame Sound-Tüfteleien, die aber nie den Bereich des Wohlklangs verlassen. Anlass dieser Neuauflage im liebevoll gestalteten Format ist der anstehende 90. Geburtstag des beliebten Autors. Der wird sich über diese Hommage sicher mehr als freuen.

Ein tatsächlich stilles Werk ist MARTIN KÄLBERER mit seiner Doppel-CD „InSightOut“ gelungen. Aufgenommen zwischen Frühjahr und Herbst des vergangenen Jahres teilt er das Werk in 2 Sektionen. CD 1 enthält 7 Variationen für Klavier solo, die zwischen Improvisationen über ein Thema und vorkomponierten / vorkonzipierten Harmoniefolgen pendeln. Klanglich und handwerklich hervorragend umgesetzt, nie zu gefällig in der Tonfolge, aber keineswegs experimentell oder schrill. Jazz? Minimalismus? Ambient? Für diese Musik gibt es keine Schublade. Perfekte Untermalung für die Einkehr ins Innere. Auf CD 2 finden sich nur 3 Titel, ebenfalls komponiert fürs Piano, aber ergänzt mit den Klängen eines 7 köpfigen Kammerorchesters. Hier geben die Werktitel schon klar die Stimmungslage vor: ‚Meer, Nebel, Farewell‘. Die Klänge von Martins Klavier und dem kleinen Ensemble ergänzen sich, fein miteinander verwoben, zur harmonischen Interpretation der Themen.

Matilde Cid – Fado. Pur!

Bereits zum 3. Mal Fado binnen kurzer Zeit. Mariza intonierte ihre Favoriten aus dem Schaffen von Amalia Rodrigues, Cristina Branco mischt die Klänge unterschiedlicher Genres in ihre Version und MATILDE CID betitelt ihren Erstling danach was er ist. „Puro“, Fado, so wie er uns bekannt ist und vornehmlich in Lissabon gespielt wird. Mit klarer, kräftiger Stimme und ausgesucht raffiniert aufspielenden Begleitern. Für die Freunde dieser Musik, unverstellt und wunderschön.

Ian Fisher – Vielfältig interessant

„American Standards“ ist als Titel vielleicht etwas hoch gegriffen, zumal IAN FISHER vor mehr als 10 Jahren seiner US Heimat den Rücken kehrte. Eine Umsiedlung löscht jedoch nicht die Erinnerung. So klingen seine Songs ziemlich deutlich nach dem mittleren Westen, mit kritischem Unterton und klarem Blick für Menschen und Umstände. Mit kleiner Band und wenigen Gästen naturnah (von Hand..) eingespielt, ohne Tricks und doppelten Boden. Seine ‚American Standards‘ beziehen sich erkennbar nicht auf das ‚Great American Songbook‘, das immer wieder und gern neu interpretiert wird. Irgendwo zwischen Country Wurzeln und Pop Wendungen, Singer / Songwriter und AOR (Adult Oriented Rock). Vielfältig interessant.

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch