KNUDSEN/RUDZINSKIS SPACE BIG BAND/ JUSSI FREDERIKSSON TRIO/ FEE & hr-BIGBAND/ BRAD KOLODNER/ JAN PRAX & GENE LAKE/ MARCELA ARROYO

Knudsen/Rudzinskis Sapce Big Band– Waka Jawaka.. ?

Wenn der ausgeklügelte Sound der KNUDSEN/RUDZINSKIS SPACE BIG BAND überhaupt Ähnlichkeiten mit irgendetwas schon früher zu hörendem aufweist, dann bemühe ich (ja, die Gnade der frühen Geburt) Frank Zappa und dessen instrumentale Werke der 70er, ‚Grand Wazoo‘, ‚Waka..‘. Komplexe Rhythmen, ungewöhnliche Bläser-Figuren und sehr ambitionierte Gitarren-Arbeit kennzeichnen die abwechslungsreichen Kompositionen dieses Klangkörpers, der sich aus 9 Nationen zusammensetzt. Fulminant bei Tempo, bemerkenswert schön, wenn es lyrisch wird.

Trio Jazz aus Finnland. Das JUSSI FREDRIKSSON TRIO huldigt mit seinen ‚Archipelago Sea Tales’der Schärenlandschaft vor der heimatlichen Küste. Gleichzeitig sind die 9 Titel der Soundtrack für das Archipelago Sea Jazz Festival, das 2021 zum ersten Mal stattgefunden hat. Intuitiv miteinander verwoben interpretieren diese drei die Ideen des Namensgebers. Von traditionell bis frei nutzt das Trio ein breitest mögliches Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten.

Fee & hr-Bigband – Besser als der Rest!

Auch Big Band, aber ganz anders. FEE hat ihr aktuelles Album mit der hr-BIGBAND ‚Live‘ aufgenommen. Für 9 Songs aus ihrem Repertoire schrieb Rainer Tempel neue Arrangements, die sowohl der Sängerin neue Möglichkeiten bieten, als auch die Lieder auf ein ganz anderes Niveau heben. Ihre Texte heben sich seit je von den weinerlich/opportunistischen Reimen der meist männlichen Konkurrenz ab, hier wird ihr gelegentlich lakonischer Gesang von einer motivierten grossen Combo in den richtigen Rahmen gesetzt. Nicht wirklich meine Musik, aber grossartig!

Der macht’s (fast) ganz allein. Als Banjo Spieler! BRAD KOLODNER hat auf seinem „CHIMNEY SWIFTS“ eigentlich nur 1 Helfer je Song, mit dem er sich durch ein buntes Programm von Old Time zu Bluegrass, von Country zu Irisch und Schottisch arbeitet. Ausgebuffter Handwerker gewinnt dem Banjo neue Seiten ab.

JAN PRAX & GENE LAKE fackeln ein Jazz Funk Feuerwerk ab, das an beste Zeiten von Clarke und Duke erinnert. Der Saxofonist Prax und Drummer und Bass-Zupfer Lake haben dazu Gäste eingeladen an Keyboards und Gitarre, die exakt verstanden haben, worum es den beiden bei diesem Werk geht. In den etwas ruhigeren Nummern atmet „Head to the Sky“ Sound und Stimmung des softeren Pop-Jazz der Westküste, jedoch ohne das Energielevel abzusenken. Das Rad muss nicht neu erfunden werden, manchmal bringt allein auswuchten schon ein markantes Ergebnis.

Marcela Arroyo – Etwas Warmes zum Ausklang

Weil das Jahr zu Ende geht und hoffentlich ruhigere Tage vor uns allen liegen, etwas Sanftes und ein wenig Sentimentales zum Schluss. MARCELA ARROYO hat mit kleiner akustischer Combo 10 Songs eingespielt die zwischen Jazz und spanischen bis südamerikanischen Klängen pendeln. Mit ihrer warmen Stimme intoniert sie die meist selbst verfassten Titel auf „De par en par“ zwar in spanischer Sprache, m/f versteht jedoch auch ohne Worte worum es geht. Die Texte liegen zumindest auch auf Englisch bei.

Das war es für dieses Jahr. Mein Dank gilt zuvorderst Uli und Arno, die mich ‚einfach machen lassen‘, aber natürlich auch den hoffentlich noch vielen wöchentlichen LeserInnen. Habt ein paar entspannte Tage, lasst Euch von niemandem verrückt machen, passt auf Euch auf und kommt gut ins neue Jahr!

Autor: Günter

Archivtexte Ohrenschmauch

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