Vorausschauend oder nachgehend, mit beiden Einstellungen kann man passenden Wohnraum auch auf dem engen Münsteraner Wohnungsmarkt finden. Zur Quadratur des Kreises wird die Wohnungssuche vor allem dann, wenn man zu einem Zeitpunkt mieten möchte, zu dem es partout kaum Angebote gibt. Auch in diesem Jahr wird dies wieder in den Monaten September und Oktober so sein.

Nach unseren langjährigen Beobachtungen ist der Wohnungszyklus eines Münster-Jahres recht einfach zu verstehen: am gescheitesten mietet man, wenn andere aus Münster wegziehen, also am Ende eines Semesters. Jetzt wäre der günstigste Zeitpunkt, wenn man zum Wintersemester sein Studium beginnen will.
Vorausschauende sichern sich frei werdenden Wohnraum aus dem Kontingent der Wegziehenden. Diese Strategie nimmt in Kauf, über die Ferien zwei Monatsmieten scheinbar umsonst zu bezahlen. Dafür kann man aus einem bescheidenen Angebot wählen und vermeidet den Stress, der unausweichlich wird, wenn Umzug und Studienbeginn in dieselben Wochen fallen.

Ebenso gut oder möglicherweise noch besser fahren Nachgehende. Sie kommen als PendlerInnen in die Stadt, wohnen am Anfang ihres 1. Semesters noch zu Hause. Viele, die ihr Studium in Münster abgeschlossen haben, danach ihre erste Stelle in Düsseldorf, Essen oder Dortmund antreten, wollen erstmal nicht aus Münster wegziehen. Sie pendeln 5 Tage die Woche, manche dauerhaft, andere, bis sie in der neuen Umgebung Fuß gefasst haben.
Warum also nicht umgekehrt das erste Semester als PendlerIn beginnen. Eine Bahnfahrt ist auch eine gute Gelegenheit, sich die Dinge des Tages noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen oder sich am nächsten Morgen bei der Fahrt nach Münster auf den neuen Tag vorzubereiten. Hat man im ersten Semester erst einmal die Stadt kennengelernt und Kontakte geknüpft, ergeben sich als InsiderIn ganz andere Möglichkeiten, für sich einen schönen Wohnraum zu finden.
Zum Beispiel im Januar am Ende des Wintersemesters: dann wollen wieder mehr aus Münster raus als in die Stadt rein. - Arno Tilsner

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