Das Echo auf meine fixe Idee der letzten Woche war nicht überwältigend. Gärtnern klingt nach Arbeit. Unter Arbeitenden ist das Verhältnis zur Arbeit ambivalent: einerseits ist Arbeit zum Erwerb des Lebensunterhalts notwendig, andererseits ist die eigentliche Lebenszeit, der man mit Freude entgegen sieht, die Freizeit.

Wenn ich von jetzt aus einige Jahre in die Zukunft schaue, glaube ich zu erkennen, dass ein größerer Teil heutiger Vollzeit-Arbeitsplätze verschwinden wird. Einerseits arbeiten heute schon Asiens Arbeitsfrauen und -männer zu einem Bruchteil der in Europa üblichen Stundenlöhne, andererseits wird Arbeit für den Fall, dass der Lohn für wirkliche Menschen auch in Asien aus der Sicht des Kapitals zu teuer wird, nicht etwa zu höheren Löhnen nach Europa zurückkehren.

Demnächst machen Roboter die Arbeit dieser fleißigen Chinessinnen. (Quelle Wikipedia)

Menschliche Arbeit wird rund um den Globus durch automatische Prozesse ersetzt. Das ist keine Zukunftsmusik, die Entwicklung läuft. So will nach einem Bericht auf heise.de aus dem vergangenen Sommer der taiwanische Auftragshersteller Foxconn bis 2014 eine Million Roboter in seiner Fertigung einsetzen, wo bisher z.B. iPhones weitgehend in Handarbeit zusammengebaut werden. Eine dramatische Veränderung, bedenkt man, dass laut derselben Quelle bisher weltweit nur ca. 150.000 Roboter pro Jahr installiert werden.
Foxconn beschäftigte 2012 fast eine Million Mitarbeiter/innen. Das chinesische Unternehmen ist damit international eine treibende Kraft der Fabrikautomation. Seine schiere Größe macht es außerordentlich lukrativ, mit einer eigenen Forschung, Entwicklung und Fertigung Produktions-Roboter für die Prozesse im eigenen Haus masszuschneidern.

Wir werden auch in Asien eine Entwicklung beobachten, in der für billige Arbeitskräfte kein Platz ist, weil viel leistungsfähigere Automaten sie ersetzen. Zu den Aufgaben der nächsten Jahre gehört es, Konzepte zu entwickeln, wer die von Robotern hergestellten Warenberge kaufen soll und womit sie bezahlt werden können, wenn halbe Gesellschaften, wie z.B. in Spanien von Arbeit frei gestellt sind.

Gärtnern ist für dieses Problem keine Lösung, dennoch kann es eine sinnvolle Beschäftigung sein, wenn für die wirklichen Menschen auf der Welt z.B ein Einkommen aus der Besteuerung von Maschinenarbeit fließt? - Arno Tilsner

Demnächst machen Roboter die Arbeit dieser fleißigen Chinessinnen. (Quelle Wikipedia)

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