Zum Abdruck des Soros-Vortrags im Zusammenhang mit dem Presseausweis letzter Woche habe ich kritische Rückmeldungen bekommen. Danke vor allem für den wohlwollenden Grundton dieser Kolumne gegenüber.

Natürlich kenne ich Eckpunkte aus der Vita des aus Ungarn stammenden amerikanischen Finanz-Investors. Wahrscheinlich ist es seine Profession, die alltägliche Beobachtung der unvorstellbar großen Geldflüsse rund um den Globus, die es ihm mit 82 Jahren möglich macht, das Dilemma des Euro verständlich zu erklären und mögliche Lösungen vorzuschlagen. Mir war es wichtig, dass Ihr den Text kennt, denn im Herbst habt Ihr die Wahl.

Nach 30 Jahren strikter Umverteilung von unten nach oben geht es bei jeder kommenden Wahl darum, der entzivilisierenden Wirkung einer Aufspaltung der Gesellschaft in viele Arme und wenige Reiche entgegenzutreten.

Was ich damit meine lässt sich sehr gut am Beispiel Soros zeigen: 1956 zog er mit wenig Geld und einem 5 Jahres-Plan von London in die USA, wollte dort 100.000 Dollar machen, um davon als Philosoph gut zu leben. Wie er selbst in einem Interview auf faz.net beschreibt lief es etwas besser als geplant, so dass sein Vermögen bis 1979 auf ca. 30 Millionen wuchs. In den ersten 23 Jahren verdiente er im Schnitt 1,3 Millionen pro Jahr. Heute wird das Vermögen seiner Stiftung auf gut 20.000 Millionen geschätzt. Sein durchschnittliches Einkommen konnte er in den goldenen Jahren der amerikanischen Finanzindustrie auf gut 600 Millionen Dollar pro Jahr steigern.

Die spezielle Sparte der Finanzindustrie, in der die Soros-Stiftung arbeitet, stellt nichts her, sie verteilt Geld um. Was bei ihr als Haben gebucht wird, erscheint an anderer Stelle als Soll. Privater Reichtum in dieser maßlosen Dimension führt unausweichlich zu öffentlicher Armut. Eine Korrektur ist überfällig. Es wird sie erst geben, wenn Wählerinnen und Wähler sich für eine Korrektur entscheiden. - Arno Tilsner

Fußball-Mädels U11 des SC Münster 08 beim shooting

Anderes Spielfeld: wir danken den immer noch vorhandenen Ehrenamtlichen in dieser Gesellschaft, die mit solcher Leidenschaft und Geduld ihre Zeit in die Erziehung der nachwachsenden Generation investieren.
Das Foto zeigt - wie versprochen - die Fußball-Mädels U11 des SC Münster 08 beim shooting auf ihrem Heimplatz.

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