Ich bin kein Fan der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD). Dennoch hat mich am Pfingstwochenende ausgerechnet Ruprecht Polenz davon überzeugt, dass diese Partei für unsere Zukunft in Europa unentbehrlich ist. Ich habe gelernt, dass die CDU erst in einen Wettbewerb um eine bessere Politik zur Überwindung der europäischen Schuldenkrise eintreten wird, wenn die AfD genug Stimmen gewinnen könnte, um der CDU im Herbst den Wahlsieg streitig zu machen. Im Moment ist sie dazu auf gutem Weg.

In dem vom Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" wöchentlich durchgeführten Erhebung kommt die Partei um Bernd Lucke (Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg) inzwischen auf 3%. Im Unterschied zu dem für Frau Merkel typischen unverbindlichen nichts erklärenden morgen schon über den Haufen geworfenen Politiker/innen-BlaBla nimmt der Professor sein Zuhörer/innen ernst und erklärt, was seiner Meinung nach Sache ist:

1. werden die Länder Südeuropas in einem Währungsverbund mit Deutschland keine eigenständige Zukunft haben.
2. sind die von Deutschland übernommenen Bürgschaften im Rahmen diverser Rettungsschirme verlorenes Geld, das nicht zurück gezahlt werden wird.
3. wird eine Lösung mit jedem Monat, die sie hinausgezögert wird, für Steuerzahler und Sparer in Deutschland teurer.

Man muss die Einschätzungen von Professor Lucke nicht teilen. Aber erst mit der von ihm voran getriebenen Parteigründung werden sie hoffentlich zu einem Diskussionsbeitrag, den das politische Partei-Establishment nicht mehr einfach so vom Tisch fegen kann. In seiner unaufgeregt sachliche Art zeigt er mögliche Alternativen zu der von Frau Merkel beherrschten Politik, die sich seit Monaten in größtmöglicher Koalition alternativlos präsentiert und ein Milliarden-Hilfs-Paket nach dem anderen durch den Bundestag winkt. Ohne Alternative zur gegenwärtigen Politik könnte Europa zusammenklappen, wie Frau Merkel es schon einmal in der DDR erlebt hat. Sie sollte wissen, dass es am Ende schnell gehen kann. - Arno Tilsner

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