"All animals are equal, but some animals are more equal than others". Gescheite Worte, die George Orwell alias Eric Arthur Blair in seinem 1945 veröffentlichten Roman "Animal Farm" geschrieben hat. Heute ist die Orwellsche Vision Wirklichkeit. Die Welt wird von einem Kartell der more equal men dirigiert, denen nationales und internationales Recht - Entschuldigung - am Arsch vorbei geht. Jede/r von uns wird rund um die Uhr in seinem elektronischen Verkehr abgehört und aufgezeichnet. Alles, was wir in digitalisierter Form über das Internet versenden kann jetzt oder in Zukunft gegen uns verwendet werden. Was bedeutet unter diesen Umständen eine nationale Wahl? Die Wahlkäpfer/innen wissen es selbst nicht. Deshalb findet kein Wahlkampf statt. Schade!

Mit Blick auf die Zukunft gibt es m.E. viel zu besprechen. Ich sehe uns schnellen Schrittes auf eine Weltgesellschaft zugehen, in der es wahrscheinlich von untergeordneter Bedeutung sein wird, mit welcher nationalen Partei wir sympathisieren. Unter den die Welt dirigierenden more-equal-animals haben deutsche Tiere zur Zeit keine spielgestaltende Rolle. Es ist eher so, dass Frau Merkel seit Jahren so tut, als würde sie das große Verschuldungs-Spiel aufhalten. In Wirklichkeit spielt der Ex-Vizepräsident von Goldman Sachs International Mario Draghi die Milliarden nach seinem gusto rechts und links an ihr vorbei.

Hier in der na dann… werden wir bis zum Wahltag über uns in der Weltgesellschaft diskutieren. Wenn es so läuft, wie ich es mir vorstelle, werden wir überzeugende Argumente liefern für eine Begeisterung, die Andreas Degenkolbe, Ruprecht Polenz und mich verbindet: unser faible für Demokratie und das politische Streitgespräch unter Demokraten. Ob wir die eine oder den anderen damit anstecken konnten, werden wir am 22. September wissen: im idealen Fall ist die Wahlbeteiligung in Münster ein winziges bisschen höher, als ohne unseren Diskurs. Auf der nächsten Seite beginnt Andreas Degenkolbe mit einer Einleitung aus seiner Sicht, in der kommenden Woche dann ein erster Beitrag von Ruprecht Polenz.
Ich bin gespannt! - Arno Tilsner

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