Ruprecht Polenz

Ruprecht Polenz

"Heute rufen manche montags wieder `Wir sind das Volk´, aber tatsächlich meinen sie: Ihr gehört nicht dazu - wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion. ... Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen - denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja sogar Hass in deren Herzen." Mit diesen klaren Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache zu den "Pegida-Demonstrationen" Stellung genommen, bei denen in Dresden zuletzt über 15.000 Menschen auf die Straße gegangen waren. "Pegida" - das heißt "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands". Inzwischen versucht die ausländer- und islamfeindliche Pegida-Bewegung, sich auch in Münster und anderen Städten breit zu machen.

Das darf dieser von der AfD unterstützten Bewegung nicht gelingen. Stefan Orth, ein Münsteraner Theologie-Student, hat über Facebook zunächst eine Seite "Münster GEGEN Pegida/MüGIDA" gestartet, die inzwischen 11.543 mal geliked wurde. Für Montag (05.01.) hat er zu einer Demonstration gegen Pegida vor dem Rathaus aufgerufen. Ich hoffe, dass möglichst viele seinem Aufruf gefolgt sind, denn es gilt, auch den Anfängen von Rechtsradikalismus in unserer Stadt zu wehren.

Die Bundeskanzlerin hat in ihrer Neujahrsansprache auch auf die Not der Flüchtlinge in der Welt hingewiesen. Viele von ihnen seien "buchstäblich dem Tod entronnen." Es sei selbstverständlich, dass Deutschland ihnen helfe und Menschen aufnehme, die hier Zuflucht suchen.

Münster will Flüchtlingen diese Zuflucht geben und hat deshalb weitere Unterkünfte für sie geschaffen. Das war nicht immer einfach. Manche Anwohner mussten erst von der Notwendigkeit überzeugt werden.
Das Dach über dem Kopf ist das eine. Zuwendung ist das andere. Viele Menschen kümmern sich in Münster ehrenamtlich um Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft, helfen bei Behördengängen oder den Hausaufgaben der Kinder. Kirchengemeinden und Sportvereine engagieren sich, damit Flüchtlinge sich in unserer Stadt nicht allein gelassen fühlen.

Die grausamen Kriege in Syrien und anderswo werden leider auch 2015 weiteres Flüchtlingsleid zur Folge haben. Deshalb werden noch mehr Menschen gebraucht, die sich in Münster für die bei uns aufgenommenen Flüchtlinge engagieren und ihnen helfen, hier Fuss zu fassen (freiwilligenagentur@stadt- muenster.de: Tel: 0251-4925970).

In der Ausländer- und Flüchtlingspolitik gibt es im Rat seit Jahrzehnten einen parteiübergreifenden Münster-Konsens: Verfolgte Menschen müssen bei uns Zuflucht finden können. Keine Politik auf dem Rücken von Minderheiten.
Das soll auch 2015 gelten.

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