Ruprecht Polenz

Ruprecht Polenz

Münsters City endet nicht mehr an der Promenade. In den letzten Jahren haben sich Straßen wie die Hammer Straße zu City-Verlängerungen gemausert: schicke Geschäfte, Cafés, urbanes Flair rund um die Josefskirche.
Wenn die Kaufleute einladen, kommen 100.000 zum jährlichen Straßenfest zwischen Ludgeriplatz und Geiststraße.
Gemeinsam mit den Kaufleuten in der City hatten die Kaufleute der Hammer Straße beim Rat der Stadt die Genehmigung für einen verkaufsoffenen Sonntag zum Herbstsend beantragt, weil der Rat bisher den Wunsch der Kaufleute nach einem verkaufsoffenen Adventssonntag immer wieder abgelehnt hatte.
Dann änderte der Rat plötzlich seine Meinung. Der Antrag der City-Kaufleute auf einen verkaufsoffenen Adventssonntag wurde genehmigt. Daraufhin zogen sie ihren Antrag für den Herbstsend zurück.
Die Kaufleute an der Hammer Straße hatten davon irgendwie nichts mitbekommen. Aber jetzt machte der verkaufsoffene Sonntag zum Herbstsend für die Hammer Straße keinen Sinn mehr. Denn ohne geöffnete Geschäfte am Prinzipalmarkt und in der Ludgeristraße hinge die Hammer Straße gleichsam in der Luft. Sie zogen ihren Antrag deshalb zurück. Dummerweise war die vom Rat gesetzte Antragsfrist für einen verkaufsoffenen Adventssonntag inzwischen abgelaufen.
Eigentlich sollte der Umgang mit so einer Situation kein Problem sein. Der Rat hätte von der selbstgesetzten Frist absehen und auch den Kaufleuten an der Hammer Straße einen verkaufsoffenen Adventssonntag gemeinsam mit den City-Kaufleuten genehmigen können. Niemand hätte einen Nachteil davon gehabt, und alle wären zufrieden gewesen.
Das dachte wohl auch die CDU, die einen entsprechenden Antrag im Rat stellte. Aber er fand keine Mehrheit. Linke und FDP, SPD und Grüne lehnten ihn ab. Frist sei eben Frist.
Mit solchen Entscheidungen konterkarieren Linke, FDP, Grüne und SPD die Bemühungen der Kaufleute, die Hammer Straße als Verlängerung der Innenstadt zu entwickeln und Münsters Attraktivität zu steigern. Die Aktions- und Werbegemeinschaft der Hammer Straße ist sauer und versteht die Welt nicht mehr.
Es gab keinen wirklichen Grund, auf der Antragsfrist zu bestehen. Die Verwaltung hätte alle Zeit der Welt gehabt, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, zumal das Fristende Monate vor dem Adventstermin lag. Bürgerfreundlich war das Verhalten von Linken, FDP, Grünen und SPD jedenfalls nicht.

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