Arno Tilsner

Arno Tilsner

3 Jahre und 7 Monate oder 30.000 Kilometer sind wir mit dem Kangoo Z.E. unterwegs
Fazit 1: auf mittlere Sicht, in einem Zeitraum von 20-30 Jahren, werden Verbrennungsmotoren aus dem Straßenverkehr verschwinden. Die Vorteile der E-Mobilität überwiegen deutlich.
Fazit 2: Alle Automobilhersteller - ausgenommen Neueinsteiger wie TESLA, denmächst möglicherweise auch Google und Apple - werden die allgemeine Verbreitung der Elektromobilität weiter zu bremsen versuchen.
Fazit 3: Wer jetzt elektrisch unterwegs sein will, kann einsteigen, wenn sie/er bereit ist, einen doppelten Preis zu bezahlen, um für diesen doppelten Preis nur sehr eingeschränkte Strecken mit eingeschränkter Geschwindigkeit zu fahren.
Fazit 4: Wer sich von hohem Preis und geringer Reichweite nicht abschrecken lässt, kann das Glück erleben, mit Sonnenschein zu fahren.
Ich beginne mit der Reichweite und der Geschwindigkeit und beziehe mich dabei auf die Verbrauchswerte der 3,5 Jahre Kangoo Z.E. Wir haben 7.300 kWh verbraucht, um 30.000 Kilometer zu fahren. Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 24,3 kWh pro 100 km. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir den Kangoo überwiegend als Lieferwagen im innerstädtischen Bereich bei einer Durschnittsgeschwindigkeit unter 20 km/h einsetzen.
Im typischen Stadtverkehr mit kurzfristigem Wechsel zwischen beschleunigen und bremsen spielt E-Mobilität ihre große Stärke aus. Beim Bremsen kehrt der Antriebsmotor seine Wirkung zum Generator um und die dadurch gewonnene Brems- energie fließt in die Akkus zurück.
Ganz anders sieht die Situation auf der Strecke aus. Der Kangoo Z.E. verbraucht bei bei Tempo 120 auf der Autobahn ca 26 kWh. Zurückgespeist wird nichts. Bei diesem mäßigen Autobahntempo sollte man spätestens nach 40 Kilometern umkehren, wenn man ohne Nachladen und mit normalem Tempo zu Hause ankommen will. Mit 40 Kilometer Aktionsradius im Sommer (pro Weg) und 25 Kilometer im Winter (pro Weg) ist der Kangoo Z.E nur bedingt als Pendler-Auto geeignet.
Die traditionellen Autohersteller lassen derzeit keine Bereitschaft erkennen, an diesem Handicap etwas zu ändern. Nur Tesla, die Kalifornische Firma des PayPal-Gründers Elon Musk liefert mehr Reichweite, allerdings in der Preisklasse um 100.000 EUR.
Google und Apple wird nachgesagt, dass sie mit selbstfahrenden E-Mobilen bis 2020 in den Markt eintreten werden. Ob und mit welchen Reichweiten bleibt abzuwarten.
Um den Unterschied zu einem Golf Diesel klar zu machen: wir sind unlängst mit einem Golf TDI BlueMotion 560 Kilometer über spanische Autobahnen Tempo 120 gefahren und haben dabei 27l Diesel verbraucht. Das sind real 4,8l pro 100 km. Bei einer Fahrweise, die dem Kangoo Z.E. das Reichweitenaus deutlich unter 100 Kilometer gebracht hätte, zeigte der Bordcomputer des Golf 1.000 Kilometer an. Mit einem 50l Tank hat der Golf das Energieäquivalent von 550 kWh an Bord, während der Kangoo Z.E. voll aufgeladen mit nur 20 kWh startet.
Aber - und das ist der Grund, warum wir uns mit dem Thema beschäftigen: einen Golf Diesel kann man nicht mit Sonnenschein betanken, jedes E-Mobil sehr wohl. In Deutschland gibt es nur in den 6 Monaten April - September genügend Sonnenschein. In allen subtropischen und tropischen Weltgegenden, wo 5 der 7 Milliarden Menschen leben, scheint die Sonne das ganze Jahr. - Arno Tilsner

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