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Eine gewisse Schlitzohrigkeit kann man Wolfang Heuer,

Eine gewisse Schlitzohrigkeit kann man Wolfang Heuer, Münsters Ordnungsdezernenten, schon zollen. Wenn alle anderen das Licht ausmachen, so säuselte er, dann müsse das Rathaus doch auch das Licht ausmachen. Sonst ginge doch das Lichtkonzept am Prinzipalmarkt vor die Hunde.

Worum geht’s?

Im Februar 2017 hielt die AfD ihren Neujahrsempfang im Rathaus ab. Da das rassistische Genöle dieser Partei jedem im Rat und auch fast ganz Münster ziemlich auf den Keks geht, wollte man ein Zeichen setzen: Die Geschäftsleute am Prinzi machten zu und knipsten das Licht aus. Und da auch weite Teile der Stadtverwaltung die AfD für so überflüssig wie ein Kropf halten, ließ sie auch die Lampen aus. Dunkeldeutschlan mitten in Münster - die AfD dürfte sich wie zuhause gefühlt haben. Wo sonst holt sie ihre größten Erfolge?

Aber die AfD, nicht dumm, fühlte sich nicht angemessen behandelt und klagte gegen die vernebelnde Nacht-Aktion. Das Verwaltungsgericht gab der AfD jetzt Recht. Das Rathaus müsse sich in Neutralität üben. Auch wenn’s wehtut (ok, das sagten die Richter jetzt so nicht).

Der Stadtverwaltung muss klar gewesen sein, dass sie sich auf schwieriges Terrain begibt mit ihrer mangelnden Erleuchtung. Wer auch immer es entschieden hat: Hut ab! Doch die Vorgehensweise war dilettantisch. Warum bitte musste man denn sagen, dass man das Licht absichtlich nicht eingeschaltet hat? Hätte es nicht einfach kaputt sein können? Hier eine Sicherung durchgebrannt, da ein Schalter verrostet, der Hausmeister hat verschlafen - sowas kommt doch vor? Im Schwindeln macht jeder Dreijährige den ordentlichen Beamten im Rathaus noch mächtig etwas vor. Man hätte es so schön kaschieren können, wenn Heuer noch etwas schlitzohriger gewesen wäre…

Also üben wir das nochmal: Ende diesen Monats marschiert die AfD wieder ins Rathaus um Neujahr zu feiern. Und ab zwölf Uhr nachts wird dann vermutlich mit Raketen (zurück-)geschossen.

Ob das Licht wohl funktioniert am Rathaus?

P.S.: Der Presseausweis ist hier zu Ende. Doch der Beitrag meines Vorschreibers Ruprecht Polenz wirkt nach. Er fordert Tempo 140 für Deutschland. Wäre er noch in der aktiven Politik der CDU, hätte er wohl mit dieser Forderung seine weitere Karriere verwirkt. Hier sekundiere ich ihm mal: Ein Tempolimit wie in allen (!) Staaten der Erde würde auch Deutschland und seine Auto-Industrie nicht in den Abgrund führen. Amerika hat seine Waffengesetze, wir das Recht aufs Rasen. Tote werden auf beiden Seiten des Atlantiks in Kauf genommen.

Autor: Stefan Bergmann

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