+++ Münsteraner/Telgter Unterschriftenaktion #KinderBrauchenSchule +++

Liebe Leserinnen und Leser,

bald beginnt das Sommersemester, und obwohl es im Sommer immer weniger Erstsemester gibt als im Winter, ist schon jetzt eins klar: Die Wohnungssuche für Studierende ist und bleibt ein großes Problem. Aktuell laufen gerade Umbau- bzw. Erneuerungsmaßnahmen an Standorten großer Wohnheime, es fehlen also dutzende Plätze. Diese Situation trifft auf einen ohnehin schon extrem angespannten Wohnungsmarkt, auf dem es für Menschen mit normalen Einkommen immer schwieriger wird, etwas Bezahlbares zu finden.

Es fehlt nicht an Ideen, was man für Studierende auf Wohnungssuche tun könnte. Da viele ja nicht für zehn Jahre eine Wohnung suchen, kommen oft auch Zwischennutzungen für einige wenige Jahre in Frage. Gut wäre es, wenn der Bund weiter die ehemaligen Briten-Häuser in der Nähe des Gasometers für Studierende zur Verfügung stellen würde oder diese an die Stadt veräußern würde. So könnten zumindest für den Augenblick Quartiere geschaffen werden – die im Übrigen nicht nur den Studierenden nutzen würden: Die Preise für WG-Zimmer in großen Innenstadt-Wohnungen dürfen auch nicht weiter steigen, um nicht den Mietspiegel völlig aus den Angeln zu heben und einen Preisauftrieb für alle zu bewirken.

Daneben werden aber weitere Möglichkeiten gesucht. Seit längerer Zeit liegt dazu ein gut ausgearbeiteter Vorschlag des Asta auf dem Tisch: Das alte Finanzamt an der Münzstraße ist nicht nur seit 2014 frei, sondern könnte auch mit relativ geringem Aufwand zu Wohnraum umgewandelt werden. Dem steht eigentlich nur ein Umstand entgegen: Dass nämlich nach Jahren des Leerstands mit „Hauswächtern“ und der Nutzung für Geflüchtete ausgerechnet der Universitätsverwaltung eingefallen ist, dass sie das Gebäude gerne für Büroräume nutzen würde. Es ist sicher bemerkenswert, dass hier der eigene Verwaltungsapparat die Umwandlung in Wohnraum für Studierende blockiert, aber es lenkt den Blick auf ein grundsätzliches Thema: Anders als in vielen anderen Städten ist Münsters Innenstadt immer noch relativ stark von flächenintensiven Verwaltungsnutzungen geprägt, die als Wohnstandorte ebenfalls gut in Betracht kämen. Einige wenige Behörden haben schon vor wenigen Jahren einen anderen Weg angetreten: Die Bezirksregierung (mit wesentlichen Abteilungen) und das Finanzamt Innenstadt sind ins Zentrum Nord gezogen. Parken kann man da auch besser, erreichbar ist es auch. Klagen hat man bisher keine gehört. Vielleicht ist das auch eine Perspektive für die Zukunft, wie man in Münsters Innenstadt mehr Wohnungen schaffen kann, nicht nur für Studierende?

Autor: Michael Jung

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