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Liebe Leserinnen und Leser,

Liebe Leserinnen und Leser,
Münster hat einen Titel verloren – seit einigen Wochen ist Karlsruhe Deutschlands Fahrradhauptstadt, Münster hat es nicht mehr auf Platz 1 geschafft. Für alle, die jeden Tag mit dem Rad in Münster unterwegs sind, ist das keine so überraschende Entwicklung. Münsters Radwege sind an vielen Stellen zu eng geworden für die vielen Menschen, die sie benutzen. Fehlende Beleuchtung und ausstehende Reparaturen tun ein Übriges. Immerhin, das Problem ist erkannt, und so stehen im Rat aktuell Vorschläge zur Diskussion, wie Münster wieder dahinkommt, wo es hingehört: Auf den Platz der Fahrradhauptstadt. Gerade in Zeiten der Klimakrise ein zentrales Projekt der Stadtentwicklung.

Manche Vorschläge haben schon für Turbulenzen gesorgt, wie zum Beispiel der, weitere Fahrradstraßen einzurichten, u.a. an der Bismarckallee. Dafür fallen nämlich über sechzig PKW-Stellplätze weg. Hier wird es mal konkret mit der Verkehrswende vor Ort: Wie wird der Straßenraum verteilt – gehört er dem parkenden und fahrenden Auto zu drei Vierteln? Müssen sich Fahrräder und Fußgänger den Rest teilen? Oder wird anders verteilt? Man kann schon jetzt ahnen: das wird noch manch hitzige Debatte geben – aber im konkreten Fall an der Bismarckallee ist es sicher gut, hier Richtung Mensa und Jugendgästehaus eine neue zentrale Fahrradachse zu etablieren.

Ebenso konfliktreich sieht es auch schon beim Thema Fahrradparken aus. Es ist sicher nicht verkehrt, in den Parkhäusern am Bahnhof ebenerdig neue Fahrradabstellanlagen zu schaffen. Aber auch das wird in kürzester Zeit vollgestellt sein, genauso wie es der Hamburger Tunnel und jede andere Fläche rund um den Bahnhof ist. Da geht es dann um eine zentrale Frage: Wo stellt man eigentlich sein Fahrrad ab, wenn man kurz mal etwas in Bahnhofsnähe erledigen will? Im Moment gilt: So gut wie keine Chance. Neue Stellplätze werden das Problem alleine nicht lösen. Münster wird – wie es andere Städte auch tun – auch mal die zig Fahrrad“leichen“ abräumen müssen, die seit Monaten und Jahren unbenutzt das Bahnhofsareal verstopfen. Zur Attraktivität des Fahrradverkehrs gehören nämlich nicht nur breite und sichere Wege, sondern auch die Chance, einen Stellplatz zu finden.

Noch kontroverser dürfte eine andere Debatte werden, nämlich die um die Frage der Vorfahrt an der Promenade. Soll künftig der Radverkehr Vorfahrt erhalten – auch mit Umbauten, also zum Beispiel weiteren Unterführungen, so wie jetzt schon an der Kreuzung Warendorfer Straße? Meine Meinung dazu ist klar: Unterführungen machen die Promenade nicht attraktiver. Never change a running system. Das gilt auch für unseren Fahrrad-Highway um die Altstadt.

Autor: Michael Jung

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