Von Arno Tilsner

Die Nachrichtenlage, liebe Leserinnen...

...ist zum Vergessen.

Und doch gibt es Lichtblicke. Gewiss war das Osterwochenende mit seinem makellosen Sonnenschein ein solcher.

Wir haben diesen energetisch bärenstarken Einstieg in das Sommerhalbjahr 2022 genutzt, um unsere Schritte weg von Gas, Öl und Kohle zu beschleunigen. Worum geht es konkret?

Jeder Haushalt hat das Recht, einen Apparat zu installieren, der 600 Watt Strom liefert statt sie zu verbrauchen. Wir sprechen deshalb von der Installation eines negativen Verbrauchers. 600 Watt hört sich nicht nach sehr viel Strom an. Nun, in 24 Stunden summiert sich das erlaubte Produktions-Deputat (24 Std. x 0,6 kWh) auf 14,4 kWh oder auf 5.256 kWh im Jahr, etwa die Menge, die ein 4-Personen Haushalt verbraucht.

“Und woher sollen diese 14,4 kWh Strom pro Tag kommen?“ “Von der Sonne!“ “Aber die scheint doch nicht 24 Stunden am Tag“.

Genau! Um die erlaubte Einspeise-Leistung voll zu nutzen, liefert die Sonne mit ihren Jahres-, Tages- und Wetter-Schwankungen zunächst an einen Stromspeicher, der den Apparat versorgt, der dem Netz dann rund um die Uhr 600 Watt Haushaltsstrom zuführt. Was an Strom nicht im eigenen Zählerbereich genutzt wird, fließt automatisch als saubere Stromspende anderen Verbrauchern jenseits des eigenen Zählerkreises zu. Kein Watt Grünstrom geht verloren.

Ist dieser Aufwand denn wirtschaftlich? Als Energie aus Kohle, Öl, Gas zusammen mit Atomenergie in unbegrenzten Mengen zu Billigstpreisen die Märkte überschwemmte, hatte man zu Solarstrom aus dezentralen Mini-Kraft-Werken eine ganz klare Meinung: UNWIRTSCHAFTLICH. Mit dem Angriffskrieg der Russländischen Föderation gegen die Ukraine wird Wirtschaftlichkeit im Energiebereich neu definiert. Heute hängt die Frage der Wirtschaftlichkeit noch am Preis. Morgen kann es ein großer Vorteil sein, überhaupt jeden Tag Strom zu haben.

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