Von Arno Tilsner

Die Veröffentlichung einer Anzeige in der na dann...

... für ein 'Aufstehen gegen die Impfpflicht' war auch im na dann... Team nicht unumstritten.

These 1: Bei Demos mit Nazis läuft man nicht mit. These 2: wenn medizinische Fachleute sagen, dass Impfung der einzige Weg ist, die pandemische Situation zu verlassen, dann ist 'gesunder Menschenverstand' keine Instanz, um dieses Urteil der Fachleute in Frage zu stellen.

Gegenüber der Position zu 1.: wenn in Münster über 1.300 Bürgerinnen und Bürger gegen eine Impfpflicht auf die Straße gehen, kann es keine Nazi-Demo sein. Zu 2.: Impfpflicht, einmal eingeführt, bedeutet die Einführung einer Wieder-und-Wieder-Impfpflicht. Einmal Pflicht, immer Pflicht gegen dieses Virus und alle kommenden Varianten. Wer nach dem 7. Booster - aus welchen eigenen Beobachtungen auch immer - zu dem Entschluss kommt, für den eigenen Körper sei nun genug geboostert, findet sich nicht in der Gruppe der braven doppelt Geimpften 5 mal Geboosterten sondern fällt von heute auf morgen in die Gruppe Ungeimpfter zurück.

Nach einer für alle Beteiligten unruhigen Nacht trafen wir uns morgens wieder und traten erstmal einen Schritt von den Maximalpositionen des Vorabends zurück. Frieden untereinander war uns allen, die wir Jahrzehnte zusammenarbeiten, das Wichtigste. Uli und ich versprachen, den Spaziergang 'Aufstehen gegen die Impfpflicht' selbst in Augenschein zu nehmen.

Wir kamen also am Montag abend mit leichter Verspätung von der Ludgeriistraße auf den Prinzipalmakrt und trafen zunächst auf die Gruppe von Gegendemonstranten vor dem Rathaus. Es ging sehr laut zu, die Stimmung war aggressiv. Wir wollten weiter durch die Gasse zum Domplatz. Da stand eine Polizeikette. Ein sehr freundlicher, junger Polizist hörte sich unser Anliegen an und war schon geneigt, uns durchzulassen, als ein ebenso freundlicher Kollege ihn darauf hinwies, dass sie dort stünden, um niemanden durchzulassen. Wir bedankten uns und machten uns auf den Weg außen herum.

Auf dem Domplatz dann eine deutlich größere Menschenansammlung als vor dem Rathaus. Münsteranerinnen und Münsteraner in kleinen Gruppen, die miteinander im Gespräch waren. Friedlich im besten Sinne: keine Parolen, keine Propaganda, keine Nazis, nur Kerzen. Kurze Zeit später setzte sich der 'Spaziergang' in Bewegung und wurde an der ersten Biegung von einer kleinen Gruppe Gegendemonstranten lautstark beschallt. Ganz vorne im Repertoire: "Nazis raus" und "Wer mit Nazis marschiert hat nichts kapiert". Angesichts des langen Umzugs von Menschen aus der Mitte des münsteraner Bürgertums hatten die gebrüllten Parolen auch eine gewisse Situationskomik. Stark vertretene Polizei mit freundlich umsichtig agierenden Polizistinnen und Polizisten sorgten dafür, dass es bei verbalen Attacken auf die Demonstranten blieb. Nach einer Stunde Spaziergang durch die Stadt kamen wir auf den Domplatz zurück.

Fazit: 'Aufstehen gegen die Impfpflicht' ist in Münster eine sehr friedliche Veranstaltung, die von Menschen aus der Mitte des Stadtbürgertums getragen wird. Sie steht in bester demokratischer Tradition von Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt. Sie unterstützt inhaltlich eine parteiübergreifende
Initiative von zunächst 20 Bundestagsabgeordneten unter Federführung von Wolfgang Kubicki, die das Parlament auffordern, nun zu beschließen, was seit Pandemiebeginn von der Politik versprochen wurde:
'Eine allgemeine Impfpflicht gegen SARS-CoV-2 wird es NICHT geben'. Wenn diese parteiübergreifende Initiative einiger Bundestagsabgeordneten eine ernstzunehmende Stimme bei der kommenden Parlamentsdebatte werden soll, braucht sie eine starke außerparlamentarische Unterstützung. Nächsten Montag um 18 Uhr auf dem Domplatz ist wieder eine Gelegenheit, diese Unterstützung zu zeigen. - Arno Tilsner

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