In dieser Woche vor 79 Jahren … …wurde der Nachtjäger zum Denkmal.

…wurde der Nachtjäger zum Denkmal.

Zweiter Weltkrieg, Ende März 1942: Ein deutsches Jagdflugzeug liefert sich über Südlohn-Oeding eine Luftschlacht mit britischen Spitfire-Fliegern. Der Jäger vom Typ Messerschmidt Bf 110 ist in der Bedrängnis. Mit demselben Flugzeugtyp war Hitlers Parteivize Rudolf Hess ein Jahr zuvor nach Schottland geflogen, um auf eigene Faust Friedenspläne auszuloten.

Die zweimotorige Messerschmidt ist weniger wendig als die einmotorigen Spitfires – das Jagdflugzeug stürzt ab. Der Pilot kann sich mit dem Fallschirm retten, der 21jährige Bordfunker Albrecht Risop aus Brandenburg zerschellt mit der Maschine, die sich beim Absturz vier Meter tief in einen Acker eingräbt.

Luftschlacht überm Münsterland

Vor mehreren Jahren entdeckte ein Landwirt das Wrack und schaltete einen Kriegsvermisstenforscher ein. Das Flugzeug mit den Überresten des Funkers sollte geborgen werden. Doch die Borkener Denkmalbehörde verbot die Ausgrabung und stellte den Metallschrott in der Erde als „Bodendenkmal“ unter Schutz.

Landwirt und Vermisstensucher wendeten sich an das Münsteraner Oberverwaltungsgericht, dass fast auf den Tag 79 Jahre später entschied: Die Me110 soll im Boden bleiben. Als Kompromiss wurde eine Gedenktafel genehmigt. Die Klage wurde zurückgezogen, um ein Präzedenzurteil zu vermeiden, dass zukünftig alle Fliegerwrackbergungen aus dem Erdreich unmöglich macht.

Experten schätzen, dass das „Bodendenkmal“ in 30 bis 40 Jahren vollständig zersetzt ist.

Autor: Carsten Krystofiak

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