In dieser Woche vor 41 Jahren…

…sank die Deutschland

Das Binnenfrachtschiff gilt allgemein als umweltfreundliches (weil effektives) und sicheres Verkehrsmittel. Doch wenn es mal zu einer Havarie kommt, ist das eine spektakuläre Sache.

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal zwischen Datteln und Bergeshövede werden seit über hundert Jahren Riesenmengen Güter bewegt. Auf ihrer Fahrt zwischen Rhein und Ems passieren Tag für Tag ungezählte Schiffe Münster. Hier passierte es kurz vor Weihnachten 1980:

Hier fuhr das Schiff in die Böschung

Die MS Deutschland kenterte im Hiltruper Bogen bei Kanalkilometer 60 in Höhe Prinzenbrücke. Das Schiff kollidierte mit der Uferböschung, schlug leck und sank mit 340 Tonnen Kohle auf den Grund des 3,80m tiefen Kanalbettes. Die Bergung verlief kompliziert, der Schiffsverkehr kam zum Erliegen.

Dafür hatten die Gäste des Waldhotels Krautkrämer eine neue Attraktion direkt vor der Tür und hunderte schaulustige Münsteraner pilgerten sonntags zur Unglücksstelle, um beim Heben des Wracks zuzuschauen.

Heute hat sich die Tonnagezahl der Frachter mehr als verdreifacht, dafür sind die Schiffe mit einer Doppelhülle ausgerüstet, die ein schnelles Sinken verhindert. Der letzte schwere Unfall traf einen Schiffsführer, der vergaß, vor dem Unterqueren einer Brücke sein Steuerhaus herunterzufahren und sich die Aufbauten abrasierte.

Autor: Carsten Krystofiak

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