In dieser Woche vor 219 Jahren... ...wurden die Bauern frei.

Am Martinstag endete eine Epoche und brachte der Landbevölkerung völlig neue Lebensperpektiven: Das Ende der Leibeigenschaft wurde offiziell besiegelt. Bauern waren nun frei und kein Eigentum des Gutsherren mehr. Bis dahin waren Leibeigene der Willkür der Grundbesitzer ausgeliefert.

Zur Feier der Freiheit kann man schon eine Gans abmurksen.

In die Leibeigenschaft wurde man geboren, ausschlaggebend war der Stand der Mutter. Leibeigene durften nur mit Genehmigung heiraten und ihren Wohnort nicht verlassen. Allerdings verjährte die Leibeigenschaft bei dauerndem Fernbleiben. Jedoch betrug die Frist dafür bei Unverheirateten genau 31 Jahre, sechs Wochen und drei Tage.

Nach zahlreichen Missernten und Verwüstungen durch den siebenjährigen Krieg hatte der Ökonom Graf Rantzau durch Versuche nachgewiesen, dass eine Bauernbefreiung auch Vorteile für den Gutsherrn bringt. Das Pachtsystem war lukrativer als der Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei gleichzeitiger Ernährung der Leibeigenen.

Im Königreich Preußen endete die Leibeigenschaft durch königlichen Erlass stufenweise 1810, in Westfalen bereits zwei Jahre früher.

Autor: Carsten Krystofiak

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