In dieser Woche vor 69 Jahren...

... hatte Münster einen Auftritt in Hollywood

Im Kriegsjahr 1942 drehten Warner Brothers in Hollywood einen Propagandafilm mit dem Titel »Desperate Journey«. Hauptdarsteller: Erol Flynn, der durch viele Mantel-und-Degen-Filme und seine Robin-Hood-Rolle als Held in Strumpfhosen bekannt wurde, sowie Ronald Reagan, der spätere US-Präsident. Außerdem in der Hauptrolle: Münster!
Handlung: Flynn, Reagan und einige Kameraden werden als alliierte Bomberpiloten bei einem Angriff auf das pommersche Schneidemühl abgeschossen. Sie geraten in Kriegsgefangenschaft, können jedoch fliehen. In deutschen Uniformen schmuggeln sie sich in den Salonwagen von Görings Sonderzug und gelangen nach Berlin. Dort treffen sie die Krankenschwester »Fraulein« Käthe, die ihnen hilft.

Wer hätte gedacht, dass Ronald Reagan schon 1942 in Münster gewesen ist? Auch wenn es nur aus Pappmaché nachgebaut war...

Käthe rät ihnen, sich nach Münster durchzuschlagen, wo sie bei ihren Eltern in
der fiktiven Bismarckstraße 37 Unterschlupf finden können. In einer Heereslieferung Heu für Warendorf (!) versteckt, erreichen sie Münster und finden die Bismarckstraße. Käthes Eltern sind jedoch bereits wegen Regimekritik verhaftet worden. Stattdessen warten schon Gestapo-Agenten auf die Flüchtigen. Es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd über die Dächer und durch die Gassen von Münster – natürlich als mittelalterliches Phantasialand made in Hollywood in Szene gesetzt.

Von Münster aus geht’s nach Holland (das in der Hollywood-Produktion stark hügelig ist), wo die Helden ein deutsches Flugzeug stehlen und in die Heimat fliehen. In Deutschland erschien der Film unter dem Titel »Sabotageauftrag Berlin« und erhielt vernichtende Kritiken.

Wer hätte gedacht, dass Ronald Reagan schon 1942 in Münster gewesen ist? Auch wenn es nur aus Pappmaché nachgebaut war...

Autor: Carsten Krystofiak

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