In dieser Woche vor 107 Jahren...

...wurden Hiltruper Missionare massakriert.

Im Jahr 1899 kaufte Kaiser Wilhelm II. für 17 Mio. Reichsmark von Spanien die Insel-gruppen der Karolinen und Marianen - inkl. 1.237 Einwohnern.

Guinesische Polizei nimmt die Aufständischen fest, die sich mit einem Massaker an Hiltruper Missionaren und loyalen Eingeborenen rächen.

Zuerst lief alles prima: Die Eingeborenen waren freundlich und profitierten von Bildungs- und Gesundheitswesen; das exotische Land lieferte Vanille, Kakao und Früchte. Endlich konnten Deutsche deutsche Ananas essen.

Doch dann gab es Probleme: Trotz Werbekampagnen fanden sich kaum Deutsche, die sich freiwillig Klima und Krankheiten der Südsee aussetzen wollten. Außerdem hatten die Ureinwohner von der europäischen Zivilisation bald die Nase voll. Darüber kam es zum Konflikt:

Ein Stammeshäuptling war seiner Frau überdrüssig und wollte sich eine neue zulegen, die jedoch bereits vergeben war. Die Ehe gedachte er mittels Gewalt zu lösen. Damit waren die frommen Pater und Nonnen der Missionsstation jedoch nicht einverstanden und hielten dem Häuptling eine Moralpredigt. Der brannte darauf mit seiner ersehnten Braut durch. Einheimische Hilfstruppen stöberten das Paar auf und brachten es zurück. Die Missionare, die aus Hiltrup stammten, unterzogen beide einer demütigenden Züchtigung. Dieser Akt der Rohheit ließ das Fass überlaufen:
Der Misshandelte wartete auf eine günstige Gelegenheit und fiel mit einer Gruppe Komplizen über die Missionare her. Pater und Nonnen wurden mit Macheten abgeschlachtet. Auch den eingeborenen Hilfspolizisten erging es nicht besser.
Nach dem I. Weltkrieg zogen sich die Deutschen zurück; es kamen Japaner und US-Amerikaner. Heute sind die Inseln von Micronesien selbstständig.

Guinesische Polizei nimmt die Aufständischen fest, die sich mit einem Massaker an Hiltruper Missionaren und loyalen Eingeborenen rächen.

Autor: Carsten Krystofiak

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