In dieser Woche vor 111 Jahren...

...wurde der Zwinger zum Denkmal.

Nachdem Münster im Mittelalter die Stadtrechte bekam, wurde umgehend mit dem Bau der Befestigung begonnen. Weil der heutige Bereich Coerdeplatz/Neubrückenstraße ein strategisch sensibler Verteidigungsposten war, entstand hier ein besonderes Bollwerk.

Um mit der Waffentechnik mitzuhalten, wurde es verstärkt. 1532 war man fertig. Zwei Jahre später besetzten es die Wiedertäufer. Aus dieser Erfahrung zog Wiedertäuferbesieger Waldeck eine Lehre: Um eventuelle weitere Revolten in Münster niederschlagen zu können, ließ er das Bollwerk in eine Zwingburg umbauen – gegen den Protest der Münsteraner. 1537 erhielt das Rondell urkundlich den Namen Zwinger.

Doch Waldeck hatte illegal gebaut und wurde gerichtlich gezwungen, die Festung entweder abzureißen oder der Stadt zurückzugeben. Nach einigem Hin und Her gab er sie zurück. Nur wusste niemand etwas mit dem Ding anzufangen. Mal Mühle, mal Lager, mal Leerstand. 1732 machte man ein Gefängnis draus, bis der Strafvollzug reformiert wurde und die finsteren feuchten Zellen nicht mehr zeitgemäß waren.

Schließlich wollte man den Zwinger abreißen. Doch die Stadt kaufte das Unikum und stellte es unter Denkmalschutz unter Verpflichtung zum dauerhaften Erhalt.

Kurioses Bild aus rund 500 Jahren Zwingergeschichte: Ein DJ der Hitlerjugend legt bei einem Heimabend im Zwinger Platten auf...

Er wurde Künstleratelier und Wohnung, Jugendzentrum für Hitlerjungs und Gestapo-Knast. Seit 1987 ist er Teil der Skulpturenausstellung. Mitte der Neunziger wurde er saniert, um den zunehmenden Verfall aufzuhalten. Von Juni bis September kann man den Zwinger immer sonntags von 14 bis 18 Uhr besichtigen. Schön spooky da drin.

Kurioses Bild aus rund 500 Jahren Zwingergeschichte: Ein DJ der Hitlerjugend legt bei einem Heimabend im Zwinger Platten auf...

Autor: Carsten Krystofiak

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